04.01.2017  Das sind die besten Meilenprogramme

Wo Vielflieger viel kriegen

Von
Dave and Les Jacobs/Getty Images

Die Sparpolitik der Airlines erreicht auch die Meilenprogramme. Eine Exklusivstudie zeigt, wo Kunden noch am meisten herausholen können.

Die Sache war ärgerlich. Der Lufthansa-Flug Kuwait - Frankfurt: gestrichen. Maschinenschaden. Alle mussten warten - nur die Vielflieger wurden umgebucht auf Qatar Airways. Und es kam noch besser: Beim Einchecken bekamen die Senatoren dann genau die Plätze, die sie in der ausgefallenen Maschine gehabt hätten. "Selbstverständlich" würden Lufthansa-Senatoren auch bei Qatar Airways statusgerecht behandelt, erklärte der Mann am Counter freundlich. Ganz ohne Teilnahme an deren eigenem Bonusprogramm. Das gefiel den Herren natürlich.

Soft sells. Bevorzugt behandelt werden, auf der Warteliste immer oben stehen, an der Sicherheitsschleuse durch die Fast Lane huschen - die weichen Vorteile sind für viele Meilensammler oft wichtiger als Gutschriften.

Was die harten Faktoren angeht, wird Meilensammeln immer weniger lukrativ. Exklusiv für manager magazin untersucht eine neue Studie der Vielfliegerberatung First Class & More, welche der zehn für deutsche Geschäfts- und Urlaubsreisende besonders wichtigen Vielfliegerprogramme die besten Vorteile bieten. Wo man die meisten Meilen und den größten Gegenwert dafür bekommt. Und die besten Statusvorteile.

Der Sparzwang schlägt auf die Meilenprogramme durch

Ergebnis Nummer eins: Die Kunden bekommen den Kostendruck der Airlines mittlerweile auch bei den Bonusprogrammen zu spüren. Die Meilenpreise sind gestiegen, Prämienflüge teurer geworden, Statuslevel noch schwerer zu erreichen. Besonders Etihad und British Airways haben die Bedingungen für Meilensammler im vergangenen Jahr verschlechtert.

Ergebnis Nummer zwei: Knapper Sieger des Rankings ist wie schon bei der Erhebung vor zwei Jahren die Lufthansa mit ihrem Miles-&-More-Programm. War der Vorsprung der Deutschen vergangenes Mal nur noch knapp und sah es so aus, als ob sie ihren ersten Platz in absehbarer Zeit an die arabischen Carrier verlieren würden, haben sie ihn nun doch behauptet. Grund dafür ist allerdings keine Verbesserung des Programms, sondern dass die Lufthansa weniger Abstriche als andere gemacht hat. Nur in zwei Punkten müssen die Kunden Einbußen hinnehmen: Sie können keine Prämienmeilen mehr dazukaufen, um einen Freiflug zu erhalten, und die Meilengutschrift für Kreditkartenumsätze schmolz für Privatkunden auf die Hälfte zusammen.

Methode
So wurde gewertet
Produkt und Reichweite (15 Prozent)
Qualität von Flotte und eigenem Streckennetz, Kundenbewertungen.
Meilen sammeln (25 Prozent)
Gültigkeit, statusabhängige Boni, Möglichkeiten zum Meilenkaufen, Payback, Meilengutschrift bei Partnern am Boden.
Status (35 Prozent)
Alle Vorteile sowie Kosten für die Qualifikation.
Meilen einlösen (25 Prozent)
Verfügbare Premiumflüge, Gegenwert, Einsatzmöglichkeit im Streckennetz.

Olaf Backofen, Head of Loyalty and Customer Insights der Lufthansa Group, gibt sich trotzdem optimistisch: "Da kann man viel machen trotz des immensen Kostendrucks. Wir müssen den Fokus noch mehr auf den Kunden setzen. Aber klar ist auch, dass wir nicht alles für alle Kunden ausbauen können." Drei Ziele habe man definiert: "Wir möchten unsere Kunden positiv überraschen, bessere Services insbesondere für Topkunden beim Meilensammeln und den Statusvorteilen bieten sowie uns mit Angeboten abseits der Reisekette verstärkt auch um die Kunden kümmern, die vielleicht nur ein- oder zwei Mal im Jahr mit uns fliegen."

Topthema sei das reibungslose Reisen: "Wir schauen uns an, was wir beim Transfer oder Loungezugang noch weiter verbessern können. Schnelligkeit und Reibungslosigkeit über das ganze Flugerlebnis hinweg sind für Statuskunden die wichtigste Komponente", meint der Manager. Auch am Boden will er einiges bewegen: "Als Option insbesondere für Kunden, die selten fliegen, aber auch für unsere Statuskunden schauen wir nach neuen Partnerschaften für das Miles & More-Programm abseits der Reisekette, etwa über das Meilensammeln in den Branchen Mobility, Entertainment oder Telekommunikation."

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