29.04.2018 
Rechnung teilen - pro und contra

Geht das zusammen oder getrennt?

Von "Der Feinschmecker"

In vielen Ländern verpönt, bei uns alltäglich - ist das Teilen der Rechnung eine Herausforderung für Service und Gäste, die man vermeiden sollte?

 Leslie Himmelheber taufte vor gut zehn Jahren sein Restaurant in Hamburgs Norden "Lenz" - das ist sein zweiter (nicht benutzter) Vorname. Himmelheber kocht zuweilen auch in Schulen und Kitas, um Kindern gesundes Essen nahezubringen.
Lenz
Leslie Himmelheber taufte vor gut zehn Jahren sein Restaurant in Hamburgs Norden "Lenz" - das ist sein zweiter (nicht benutzter) Vorname. Himmelheber kocht zuweilen auch in Schulen und Kitas, um Kindern gesundes Essen nahezubringen.

Leslie Himmelheber vom Hamburger "Lenz" meint: Bei uns im Norden ist manches anders als in Köln - so ist es unvorstellbar, Gästen in meinem Restaurant vorzuschreiben, wie sie zu zahlen haben. Also gibt es auf der Karte im "Lenz" auch keinen Hinweis, dass unsere Gäste bei der Bestellung sagen mögen, wenn sie einzeln bezahlen möchten, weil ansonsten automatisch eine Gesamtrechnung für den Tisch erstellt wird. Unser hanseatisches Publikum wäre sicherlich pikiert. Bei uns zahlt jeder, wie er will.

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Heft 11/2018

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Eine Gesamtrechnung ist natürlich für uns angenehm. Das spart Zeit für den Service, und im modernen Kassensystem muss nicht gesplittet werden. Wenn einzeln gezahlt werden soll - auch gut. Ich habe eine Kellnerin, die ist darauf spezialisiert und macht das super. Das dauert natürlich etwas länger, zumal Einzelzahler meistens auch eigene Bewirtungsbelege haben wollen. Aber jeder Wunsch wird erfüllt.

Im Übrigen haben wir die Erfahrung gemacht, dass immer häufiger eine Gesamtrechnung erwartet wird. Eine Ausnahme sind vielleicht Frauenrunden, hier wird bevorzugt einzeln gezahlt. Im Internet kursiert dazu auf YouTube eine Satire, wie kompliziert für den Kellner Frauen-Stammtische sein können. Bestellung (jede für sich): "Ein Glas Sekt, ein kleines Wasser, ein Latte Macchiato - oder doch ein Maracuja-Saft? Ach nein, wir warten lieber noch." Im Gegensatz dazu ordert der Männer- Stammtisch: "Fünf Bier!"

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