09.01.2018 
Die Trends der Möbelmesse IMM

Mehr Ich im Wohnzimmer

Alexander Schneider/Koelnmesse/dpa-tmn

Slow Food ist eine schon etablierte Gegenbewegung zu Fast Food: Genussvolles, bewusstes und authentisches Essen. Wenn es nach dem Einrichtungsexperten Markus Majerus geht, gibt es nun auch das Slow Living. Design wird mit Emotionen verbunden, und jeder Einzelne richtet sich bewusst und authentisch in einer individuellen Mischung ein.

Majerus ist Sprecher der Koelnmesse, die die Internationale Möbelmesse IMM Cologne (16. bis 21. Januar) ausrichtet, eines der wichtigsten Treffen der Einrichtungsbranche. Individualität ist schon seit Jahren ein wichtiger Trend der Messe. Denn die Zeiten haben sich geändert: "Früher haben die meisten Menschen nun mal so gewohnt, wie es die Zeitschriften vorgemacht haben", erläutert Majerus. Es gab eindeutige Strömungen für Formen, Schnitte und Farben, denen mehr oder weniger alle folgten.

"Früher definierte man sich auch mit Markennamen", führt Majerus weiter aus. "Man hat sogar an manchen Produkten den Aufkleber der Marke daran gelassen, damit andere das auch garantiert bemerken." Und heute? "Heute definiere ich mich über mich selbst." Der technische Fortschritt hat mehr Möglichkeiten hervorgebracht - sogar ein normales Sofa aus einer Serie kann heute ein einzigartiges, auf die individuellen Bedürfnisse des Käufers abgestimmtes Produkt sein. Dabei hat er eine Vielzahl von Optionen zu Sitztiefen und -anzahl, Rückenhöhe und Stoffen, Reihung und Accessoires.

Ergänzt wird das von einem Trend zu Einzigartigkeit, den viele zu Hause ausleben wollen. Dazu gehört, dass man selbst Möbel baut und neben neue Möbel auch alte Erbstücke stellt. Das kann der Sessel des Vaters sein, Omas Schaukelstuhl oder die Kommode der Tante. "Diese alten Möbel sind wie alte Bekannte, auf die man sich immerzu verlassen kann", sagt Ursula Geismann, Trendanalystin vom Verband der Deutschen Möbelindustrie.

Lesen Sie auch: Maßschuhe - Leben auf teurem Fuß

Das Rezept der perfekten Einrichtung scheint also zu lauten: Tradition, viel Wärme und eine große Portion Ich. Dazu gehört aber auch noch immer der Griff zur Markenware: "Man kauft sich auch ein teures Designobjekt, das man vielleicht schon lange begehrt hat - und sich jetzt erst endlich leisten kann", sagt Majerus. "Das ist irgendwie dann ja auch eine individuelle Geschichte zum Möbel."

1 | 2

Mehr zum Thema