10.12.2017  Die neuen "Dress Watches" - erstaunlich klassisch

Das sind die perfekten Uhren fürs Büro

Von Michèlle Mussler
Bulgari

Eine Dress Watch besitzt ein Alleinstellungsmerkmal. Sie eignet sich ideal zum kultivierten Business Style, zu eleganten Anlässen aber auch zum Freizeit-Outfit oder zum angesagten Vintage-Look. Klassischer Purismus ist die Designsprache dieser Modelle, die immer eine gewisse Raffinesse ausstrahlen - die der zeitlosen Eleganz und vornehmen Zurückhaltung.

Charakteristika

Genaugenommen handelt es sich bei einer Dress Watch, die man auch als Anzugsuhr bezeichnet, um ein Modell mit drei Zeigern je für die Stunden, Minuten und Sekunden. Handelt es sich um eine Zwei-Zeiger-Uhr, gehört sie streng genommen zur Kategorie der Smoking-, alias Abend-Uhr. Doch das sind Spitzfindigkeiten, auf die nur absolute Stilfreaks achten. Verfügt die Dress Watch zudem über eine Datumsanzeige, spricht man von einer Geschäfts- oder Business-Uhr, da sie für den Berufsalltag eine praktische Funktion besitzt.

Das klingt zwar alles recht simpel, ist es jedoch nicht. Schließlich variiert das Design: ob Stabindexe, römische oder arabische Ziffern, ob matt oder glänzend, ob blaues oder weißes Zifferblatt, ob Alligatorleder- oder Textilarmband und nicht zuletzt werden zahlreiche Retro-Stile angeboten. Anzuguhren sind so vielseitig wie Anzüge - sei es aus Kaschmir oder Leinen, mit Karos oder Nadelstreifen, als Ein- oder Zweireiher. Es hängt eben von der Kombination ab.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Dress Watches sind vielseitig kombinierbar und man fällt nicht mit Protzerei auf. Und egal was die Stunde schlägt, klassische Eleganz überdauert stets alle Modetrends. Zudem sind sie wegen ihrer wenigen Funktionen meist zu vernünftigen Preisen zu haben. Somit kann man sich getrost auch mehrere Modelle gönnen. Und genau darauf setzt jüngst die Uhrenbranche.

Downsizing auch beim Preis

Nachdem die Uhrenmarken die letzten Jahre die Preisschraube immer stärker anzogen, der Absatz seit 2015 um bis zu 50 Prozent dramatisch einbrach, nehmen sie jetzt ein softes Downsizing vor. Lanciert werden oft robuste, alltagstaugliche Zeitmesser, weshalb der Begriff "Alltagsuhr" seit Kurzem als Heilsbringer kursiert. Gemeint ist ungefähr das, was der Branchenprimus Rolex bietet. Ergo schlichte und solide Stahlmodelle, die sowohl zum Anzug als auch zur Chino passen.

Auch die Gehäusegrößen erleben eine Minimalisierung. Inzwischen existieren vermehrt Herrenmodelle zwischen 37 bis 40 Millimeter Durchmesser und sind besonders flach gehalten. Der Vorteil: Sie bieten mehr Tragekomfort und gleiten leichter unter die Hemdmanschetten. Daher sollte man beim Uhrenkauf ein Anzugshemd tragen, um das gleich vor Ort zu testen. Unabhängig davon macht diese Slimline auch eine gute Figur an weiblichen Handgelenken.

Offensichtlich liegen die meisten Dress Watch Neuheiten deutlich unter der branchenüblichen Schmerzgrenze von 5000 Euro, darunter von Bell & Ross oder Nomos. Bei Longines, Frédérique Constant, Meistersinger, Sinn, Mido und Tissot werden viele sogar für unter 2000 Euro gehandelt, wobei weder an der Mechanik noch am Image eingespart wird.

Und die nächsten Preis-Coups kündigen sich schon an: Zur Luxusuhrenmesse SIHH 2018 will IWC mit einem Einsteigermodell von etwa 4700 Euro antreten. Vereinzelte Neuheiten von Baume & Mercier sowie Montblanc werden sogar deutlich darunter liegen. Start dieser Rallye wird der 15. Januar in Genf sein, wo gesamt 35 Uhrenmarken auf dem SIHH neue Zeiten einläuten.

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