06.02.2017  Tiffany-Chef tritt ab

Dieser Vorstandschef verlor wegen Trump seinen Job

Von

US-Präsident Donald Trump brüstet sich gern damit, dass er Tausende Jobs in den USA schaffen wird. Für den Chef des Edeljuweliers Tiffany mit Sitz in New York war der Politiker aber alles andere als ein Segen.

Für die Weihnachtskampagne hatte der Luxusschmuckhersteller Tiffany noch die US-Schauspielerin Ellen Fanning engagiert. Der Hollywoodstar tanzte in märchenhafter Garderobe durch ein Zimmer und begeisterte sich an den glänzenden und glitzernden Accessoires. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hatte Tiffany zudem die frisch renovierten Verkaufsräume in Beverly Hills wiedereröffnet und zur Einweihungsparty jede Menge Celebrities eingeladen.

Genützt hat es der Edelschmiede mit Hauptsitz in New York jedoch nichts. Das Weihnachtsgeschäft verlief enttäuschend, meldete das Unternehmen Mitte Januar. Wenige Tage später tritt nun Tiffany-Chef Frédéric Cumenal mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück.

Wie andere Luxusmarken auch leidet Tiffany an der allgemeinen Kaufzurückhaltung. Laut Geschäftsbericht zum dritten Quartal sanken die Einnahmen bis auf in Japan deutlich. Das vierte Quartal - die Weihnachtszeit - gilt als die wichtigste Zeit für das Label. Doch die Verkaufszahlen für November und Dezember enttäuschten.

Zwar hatte das Unternehmen weltweit 966 Millionen Dollar eingenommen, die Verkäufe in Amerika und Europa seien aber rückläufig, teilte das Unternehmen mit. Wachstum verzeichnete die Edelschmiede nur im asiatisch-pazifischen Raum und in Japan. Dagegen sanken allein in Amerika die Verkäufe im November und Dezember um 4 Prozent. Im wichtigsten Showroom in der Fifth Avenue in New York fielen die Verkäufe sogar um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Sicherheitschecks schrecken Kunden im New Yorker Trump-Tower ab

Einer der Hauptgründe für den massiven Rückgang in den USA ist dabei Donald Trump. So berichtete das Unternehmen, das viele Interessenten sich durch die hohen Sicherheitsmaßnahmen und Absperrungen rund um den Trump-Tower in dem Donald Trump noch bis zum Umzug nach Washington residierte, und in dessen Nachbarschaft sich der Flagshipstore von Tiffany befindet, abgeschreckt fühlten und nicht mehr ins Geschäft kämen.

Aber auch in Europa sanken die Abverkäufe deutlich. Insgesamt verkaufte Tiffany hier rund 10 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Allein in Großbritannien konnte die Edelschmiede ihre Verkäufe leicht steigern.

Bis ein neuer CEO gefunden ist, übernimmt Verwaltungsratspräsident Michael Kowalski die Leitung. In einer Presseerklärung ließ er verlauten, dass das Unternehmen verstärkt auf Produktneuerungen und Innovationen setze, das Filialnetz weiter optimieren sowie das Kauferlebnis für Kunden verbessern wolle.

Lady Gaga will für Tiffany werben

Eine neue Vorkämpferin für das berühmte Schmuckhaus ist dagegen schon gefunden. Nächstes Testimonial ist Lady Gaga, die gerade mit ihrem Auftritt beim Super Bowl für Furore sorgte - nicht nur in der Halbzeitpause, sondern auch im direkt davor gesendeten Werbespot der Edelschmiede.

Ebenfalls neu an Bord bei Tiffany ist Chef-Designer Reed Karoff, der Mitte Januar zum Nachfolger von Francesca Amfitheatrof berufen wurde und den gesamten Auftritt - auch der Showräume - verantwortet. Amfitheatrof wirkte übrigens nur drei Jahre bei Tiffany. Den Franzosen Cumenal hielt es sogar nur zwei Jahre im Amt.

Mehr zum Thema