31.07.2018  Fernreisen für den Winter planen

Wo es Karibik-Schnäppchen gibt

Urlaubsfeeling in Thailand: Das Land wird bei manchen Reiseveranstaltern im Winter im Schnitt günstiger
Andrea Warnecke/dpa-tmn
Urlaubsfeeling in Thailand: Das Land wird bei manchen Reiseveranstaltern im Winter im Schnitt günstiger

Derzeit kann man sich kaum vorstellen, dass es in einigen Monaten wieder grau, trübe und fröstelkalt in Deutschland sein wird. Aber der Winter wird auch dieses Jahr wieder kommen. Die Reiseveranstalter haben bereits ihre Winterkataloge in die Reisebüros gebracht und die Hotels von der Karibik über die Malediven bis Thailand zur Buchung freigegeben. Viele Fernreiseziele seien zum Winter günstiger, heißt es. Doch was bedeutet das genau? Und wie profitieren Urlauber?

Hier ist eine Übersicht über fünf Regionen mit fallenden Preisen:

Warum sinken die Preise für manche Länder so stark?

Welche Preise die großen Veranstalter anbieten können, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Nachfrage der Reisenden, Kerosinkosten, Hotelpreise - und Währungseffekte. Letzteres gilt vor allem für Ziele, in denen die Veranstalter nicht in Euro, sondern in Dollar einkaufen. Neben den USA ist das zum Beispiel die Karibik.

Tourismusforscher Torsten Kirstges von der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven erklärt den Effekt: "Der Dollar ist natürlich für Amerika-Reiseveranstalter - auch für Südamerika - unmittelbar relevant." Doch er wirke sich auch auf andere Reiseziele aus: "Sei es, weil mit den dortigen Leistungsträgern in Dollar abgerechnet wird, oder weil zum Beispiel Kerosin in Dollar fakturiert wird, oder weil die Dollar-Entwicklung auch den Kurs anderer Währungen beeinflusst." Besonders außerhalb Europas ist das oft so.

Währungseffekte - etwa ein besserer Dollar-Euro-Kurs - zeigen sich häufig mit etwas Verspätung in den Reisepreisen. Denn die großen Veranstalter sichern sich mit sogenannten Termingeschäften einen Teil der nötigen Devisen, wie Kirstges erläutert. "Bei Währungsabsicherung besteht ein zeitlicher Vorlauf von fünf bis zehn Monaten vom touristischen Einkauf bis zur Reisesaison." Hat der Veranstalter Leistungen clever eingekauft, kann er günstige Preise anbieten.

Wird meine Reise auf jeden Fall preiswerter?

"Karibik um bis zu zehn Prozent günstiger": Solche Aussagen von Veranstaltern müssen Reisende mit Skepsis zur Kenntnis nehmen. Sie bedeuten nämlich keineswegs, dass eine konkrete Reise tatsächlich günstiger als in der vergangenen Saison ist. Kein Reisender bucht zu Durchschnittspreisen. Es kommt immer auch auf Reisetermin, Hotel und Zimmerkategorie an. Hinzu kommen die sogenannten X-Produkte. Dabei berechnen die Veranstalter den Reisepreis tagesaktuell anhand verfügbarer Flug- und Hotelpreise. Hier verändert sich der Reisepreis innerhalb der Saison mitunter noch sehr stark.

Wie profitiere ich als Individualreisender von Währungskursen?

Anders als ein Reiseveranstalter sichert sich ein Urlauber keine Devisen durch Termingeschäfte mehrere Monate im Voraus. Profitieren kann er von Währungsentwicklungen trotzdem. Ein starker Euro senkt die Kosten etwa für Hotelbuchungen in einem Land (zum Beispiel über ein Online-Portal) und alle Nebenkosten, also das Essen, Transportmittel sowie Shoppingartikel und Souvenirs. Das gilt nicht nur bei Fernzielen. Ein Beispiel ist die Türkei: Dort bekamen Urlauber vor einem Jahr etwa vier Lira für einen Euro - heute sind es 5,6 Lira.

Fazit: Wer bei Pauschalreisen im Winter zu den fernen Sonnenzielen sparen möchte, sollte die Angebote für die Karibik vergleichen. Dort sinken die Preise tendenziell am stärksten. Ansonsten gilt: immer genau hinschauen und durchrechnen - nach den eigenen Bedürfnissen.

Philipp Laage, dpa

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