13.08.2018  Business-Travel-Studie

Je jünger, desto Geschäftsreise

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Millennials gehen besonders gern auf Reisen - auch geschäftlich. Das ist eines der Ergebnisse der Studie "Chefsache Business Travel 2018" im Auftrag des Deutschen Reiseverbands (DRV). Danach sind 18- bis 34-jährige Mitarbeiter lieber für die Firma unterwegs als die älteren Kollegen. Dienstreisen taugen dabei offenbar auch als Statussymbol. Denn gerade den jüngeren Kollegen ist es wichtig, bei Bahnfahrten in der ersten Klasse zu sitzen und ein schickes Hotel sowie Bonusmeilen zur privaten Verwendung zu bekommen. Schon im Vorstellungsgespräch sind die Reiserichtlinien und darin enthaltene Goodies bei fast drei Viertel der 18- bis 34-Jährigen ein Thema, sagen die Chefs - bei den Bewerbern ab 46 Jahren ist dies nur noch für rund die Hälfte der Befragten der Fall.

Allerdings profitiert offenbar auch der Arbeitgeber. Fast jeder zweite junge Kollege schätzt seine Produktivität auf Reisen wesentlich höher ein als im Büro - ein gutes Drittel beziffert den Unterschied auf mehr als 20 Prozent. Dafür muss aber die Technik mitspielen: Die höhere Produktivität auf Dienstreisen hängt nach Meinung der Befragten maßgeblich von einer stabilen Internetverbindung und einer guten Arbeitsumgebung (93 Prozent) sowie der Ausstattung mit neuen Technologien (91 Prozent) ab. Für 57 Prozent der Millennials sind Smartphone, Tablet und Reise-Apps ursächlich für die höhere Produktivität, bei den 35- bis 45-Jährigen sehen das nur 39 Prozent so.

"Die jungen Mitarbeiter legen viel Wert auf eine zeitgemäße Ausstattung mit einem Firmen-Smartphone, -Laptop und entsprechenden Kommunikations-Apps", sagt Andreas Neumann vom Reiseunternehmen Derpart. "In Zeiten von Fachkräftemangel lassen sich junge Fachkräfte und High Potentials vor allem mit diesen und anderen kleinen Extras locken."

Zugfahrten erster Klasse und private Nutzung von Bonusmeilen finden 80 Prozent der Jüngeren wichtig, aber nur 68 Prozent der über 46-Jährigen. 86 Prozent der 18- bis 34-Jährigen wünschen sich Mitsprache bei der Hotelwahl (Ältere: 65 Prozent). 89 Prozent sind ihrem Arbeitgeber dankbar, wenn sie Taxi statt ÖPNV wählen dürfen (Ältere 67 Prozent).

Deutscher Reiseverband (DRV)

Das Handy ist zum unverzichtbaren Begleiter geworden - lediglich 1 Prozent der Geschäftsreisenden gibt an, darauf zu verzichten. Mails werden ebenso häufig gecheckt wie Whatsapp, Facebook immerhin noch häufiger als die Karriereportale Xing und Linkedin. Auch das ist ein Ergebnis der Studie, für die 100 Geschäftsführer, die selbst regelmäßig auf Geschäftsreisen sind, sowie 102 geschäftsreisende Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern befragt wurden.

Geschäftsführer sind dabei schlechter zu erreichen als andere Fach- und Führungskräfte. 39 Prozent der Geschäftsführer gönnen sich bewusst medienfreie Zeit im Beruflichen, Fach- und Führungskräften nur zu 28 Prozent. Nur drei Prozent sagen, sie achten darauf überhaupt nicht. 14 Prozent der Geschäftsführer überprüfen ihr Handy nur gelegentlich auf Geschäftsreisen - von den Fachkräften trauen sich das nur 8 Prozent, 65 Prozent sind permanent telefonisch erreichbar. Ähnlich bei den Emails: 53 Prozent der Fachkräfte checken sie permanent, immerhin 18 Prozent der Geschäftsführer nur gelegentlich oder ab und zu.

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