27.01.2018  Das Insel-Königreich Bahrain wirbt um Touristen

Perlentaucher am Persischen Golf

Der Minibus wackelt hin und her. Das rechte Hinterrad gräbt sich immer tiefer in den Sand. Zwei junge Männer reiten auf Araberpferden vorbei. "Das ist nicht mal eine richtige Wüste, wie könnt ihr hier stecken bleiben?", flachst einer von ihnen auf Englisch. Unterdessen stemmen sich zwei Bahrainer, zwei US-Amerikaner und der Tourguide von hinten gegen den Minibus. Daneben wartet geduldig die Reisegruppe. Plötzlich macht das Auto einen Satz, die Männer stolpern vornüber. Alle jubeln, als der dunkle Geländewagen den Bus zurück auf den Asphalt zieht. Am Steuer sitzt ein Bahrainer mit Frau und Kindern: die Rettung in der Not.

Am Himmel ruht die schlafende Mondsichel. Darunter Sand und Kalksteingeröll - und ein zehn Meter hoher Baum. Der "Baum des Lebens" gedeiht seit etwa 400 Jahren in dieser Wüste. Von welcher Wasserquelle er lebt, gehört zu den Rätseln des kleinen Königreichs am Persischen Golf. Inzwischen kommen hier jeden Tag Touristen und Einheimische vorbei, ein Sicherheitsmann bewacht den Baum, das Besucherzentrum soll ausgebaut werden.

Wasser gibt der Insel Bahrain ihr Leben: das salzige Wasser des Persischen Golfs und das reine Grundwasser unter dem Meeresgrund. Wenn früher die Perlenfischer wochenlang auf See waren, pumpten sie ihr Trinkwasser durch Lederrohre nach oben. Gastfreundschaft und das reiche kulturelle Erbe sollen jetzt Touristen nach Bahrain locken. Bislang schlummerte die Monarchie im Schatten der Metropolen Dubai und Abu Dhabi touristisch vor sich hin. Nun erwacht das Land der Perlen.

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Das historische Basarviertel Manama Souk wird erneuert. Seit November 2017 erlaubt eine neue Shopping-Promenade den Spaziergang entlang der Bahrain Bay. In der alten Stadt Muharraq wird ein historischer Perlen-Weg für Touristen ausgebaut, der von der Geschichte des Perlentauchens erzählt. Darüber hinaus lockt das Land mit blitzblanken Privatstränden, bezahlbaren Hotels und aufregendem Nachtleben.

Wo einst die Perlenfischer abtauchten, stehen inzwischen Luxushotels und gigantische Bürogebäude. Bis 2020 sollen in Bahrain 15 weitere Vier- und Fünf-Sterne-Hotels entstehen, auch Strandresorts. Das sehen die Pläne der Tourismusbehörde BTEA vor. Schon jetzt gibt es mehr als 175 Hotels und Apartment-Anlagen im Land. Künftig sollen mehr Touristen aus dem Westen kommen. Deutsche Reiseveranstalter wie Alltours und Thomas Cook Signature haben das Land ins Programm aufgenommen.

Wer eine Woche Zeit hat, kann viel entdecken - bei einem Ausflug in die große Al-Fatih-Moschee, auf dem Perlen-Weg, in Muharraq mit seinen historischen Palästen, auf einer Fahrt zu den Leoparden im Nationalpark Al Areen. Die jahrtausendealte Festung Qal'at al-Bahrain bietet eine großartige Aussicht auf die Skyline von Manama und das Meer. In den Souks vermischt sich der Geruch von indischen Gewürzen und frischem arabischen Kaffee, zubereitet mit Kardamom und Safran. Wer etwas Adrenalin ausschütten will, kann Indoor-Skydiven, über die Formel-Eins-Strecke rasen oder mit dem Jeep in die Wüste fahren.

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