29.06.2017  G20: Hotelchef Ingo Peters über den Besuch der saudischen Delegation

"Für den König ist unsere Royal Suite im Grunde viel zu klein"

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Ingo Peters

Ingo Peters ist ein ebenso hellwacher wie müder Mann. Im Gespräch kämpft der Direktor des Hamburger Luxushotels Vier Jahreszeiten mehrfach mit dem Gähnen. Dass ihn sein Thema dennoch brennend interessiert, spürt man bei jeder Antwort - er kommt nur dieser Tage nicht viel zum Schlafen. Es gilt, den Besuch des saudischen Königs Salman ibn Abd al-Aziz vorzubereiten, der beim G20-Gipfel die über 400 Quadratmeter große Royal Suite in der vierten Etage bewohnen wird. Für den Gipfel hat das Königshaus das komplette Hotel für mehrere Tage gemietet.

Zum Interview bittet Peters in eine Suite im ersten Stock. Hier ist es ruhig. Leise lässt eine Servicekraft zwei Flaschen Mineralwasser und Gläser auf den Tisch schweben, ehe sie wieder unsichtbar wird.

manager-magazin.de: Herr Peters, auf einer Skala von eins bis zehn: Wie hoch ist Ihr Stresslevel direkt vor dem G20-Gipfel?

Peters: Aktuell würde ich sagen, schon um die zehn. Obwohl - wir brauchen ja noch etwas Luft nach oben, denn wenn es losgeht und der saudische König hier durch die Tür kommt, steigert sich das natürlich noch etwas. Sagen wir, derzeit neuneinhalb.

mm.de: Sie erwarten König Salman bin Abd al-Aziz mit großem Gefolge. Sie haben der Delegation aus Saudi-Arabien Ihr ganzes Haus vermietet.

Peters: Ja. Die haben in Hamburg 400 Zimmer gemietet, davon 160 bei uns. Der König und sein innerer Zirkel werden bei uns wohnen. Im Vorfeld des Gipfels hatte ich den Organisatoren meine Bedingungen genannt: Wir würden unser Haus nur komplett für eine Woche vermieten und nur geschlossen an eine einzige Delegation. Gegen Vorkasse. Es gab mehrere Interessenten, aber die Saudis hatten mit unseren Bedingungen kein Problem. Das war bei den anderen nicht unbedingt so.

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mm.de: Vor einiger Zeit sprachen Sie in der manager lounge über Ihre Arbeit. Damals war noch nicht bekannt, wer beim Gipfel wo absteigt. Sie wurden gefragt, ob Sie auch den US-Präsidenten Donald Trump als Gast begrüßen würden. Sie antworteten klar, dass Sie ihm auf jeden Fall absagen würden, weil das Haus schon belegt sei. Für diese klaren Worte gab es viel Applaus, aber der schien Ihnen eher ein bisschen unbehaglich zu sein.

Peters: Ja, das war er auch. Ich bin Hotelier. Über drei Dinge reden wir nie: Politik, Religion und Geld. Das ist Ehrensache. Ich wollte gar kein politisches Statement äußern. Das Haus war tatsächlich belegt, und ich musste letztlich neun oder zehn Anfragen abschlägig bescheiden, darunter eben auch eine aus den USA.

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