06.04.2017  Mit Jeff Bezos und Elon Musk zu den Sternen

Wie Sie künftig ins All reisen - und was das kosten wird

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Der Anbieter: Jeff Bezos macht gerade Furore. Der zweitreichste Mann der Welt hat versprochen, jedes Jahr Amazon-Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar zu verkaufen und das Geld in sein Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin zu stecken. Das soll - ähnlich wie Elon Musk mit SpaceX - die kommerzielle Raumfahrt mit Raketen-Recycling erschwinglich machen, will aber auch Touristen ins All schicken. Das langfristige Ziel: der Menschheit neue Räume jenseits der Erde zu öffnen. "Wir verfolgen technisch etwas andere Ansätze, sind aber ziemlich gleichgesinnt", sagt Bezos über Musk.

Sehen Sie im Video: Jeff Bezos verstehen in 60 Sekunden

Das Fahrzeug: Bezos' Schubrakete New Shepard war im November 2015 die erste, die nach einem Flug ins All senkrecht wieder an der Startbasis in Texas aufsetzte - bereit für den nächsten Flug. Das wurde seither einige Male geprobt, auch die Kapsel mit Platz für sechs Passagiere setzte sicher in der Wüste auf. Für weiter reichende Pläne ist die größere Rakete New Glenn in Vorbereitung.

Wohin die Reise geht: Erste Passagierflüge mit zahlenden Gästen sollen zunächst noch suborbital verlaufen, also nicht in eine Umlaufbahn geraten. Elf Minuten in 100 Kilometern Höhe mit mehr als dreifacher Schallgeschwindigkeit sind geplant, gerade genug, um als Weltraumflug zu gelten.

Wann es losgeht: 2018 will Jeff Bezos die ersten Touristen ins All schicken. Zugleich räumt er ein, die geplanten Testflüge doch nicht in diesem Jahr abschließen zu können.

Was es kostet: Ein Ticketpreis ist noch nicht bekannt, dürfte aber kaum auf dem üblichen Amazon-Niveau bleiben. Auch wenn Bezos langfristig auf Profit aus Blue Origin hofft, betrachtet er die Raumfahrt als Zuschussgeschäft. 2,5 Milliarden Dollar nennt er als Bedarf für das laufende Raketenprogramm. Die Rechnung für das gesamte Abenteuer ist nach oben offen - und von Bezos garantiert.

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