31.03.2017  Im First-Class-Geländewagen durch die Antarktis

Eiskaltes Vergnügen - das kostet ein Luxustrip an den Südpol

Von
The Explorations Company

Sie fahren gerne Auto, haben sehr viel Geld, neigen nicht zum Frösteln und mögen am liebsten Reiseziele, die nicht so überlaufen sind? Diese Reise könnte da das Richtige sein: Erst 23 Menschen, schreibt das Portal Bloomberg , haben die rund 1850 Kilometer lange Querung der Antarktis bewältigt. Bald könnten es mehr sein: Je zwei Wochen lang will der Luxusreiseanbieter Explorations Company im November bis zu drei Gruppen von je sechs Kunden auf den Weg schicken, für einen Preis von 165.000 US-Dollar pro Person.

Es hat allerdings einige Gründe, warum sich der Südpol trotz der spektakulären Landschaft und der niedlichen Pinguine nicht so recht als Top-Touristendestination durchsetzen konnte. Temperaturen, die oft bei minus 50 Grad liegen, sind nicht für jeden etwas. Auch ist die Anreise ist sehr kompliziert. Die Autofahrt dauert mindestens zehn Tage; normale Geländefahrzeuge sind dafür schon wegen der niedrigen Temperaturen ungeeignet.

Der Veranstalter setzt in Zusammenarbeit mit Arctic Trucks pro Reisetruppe drei Allrad-Pkws von Toyota ein, die mit einem speziellen, einfriersicheren Treibstoff angetrieben werden müssen. Zu den Fahrzeugen werden die Reisegäste mit einer Iljuschin Il-76 gebracht - eine eher robuste als First-Class-taugliche Frachtmaschine, die aber gut auf Landebahnen aus Eis aufsetzen kann.

Neben Skilangläufen durch die größte Eiswüste der Welt stehen auch Wanderungen am Mount Vinson auf dem Programm - der Berg, erst 1958 entdeckt und 1966 erstmals bestiegen, ist die höchste Erhebung des Kontinents Antarktika und damit einer der "Seven Summits", der höchsten Berge aller Kontinente. Die Route folgt der Strecke, die der Entdecker Vivian Fuchs in den 50er Jahren vom Filchner-Ronne-Schelfeis zum Ross-Schelfeis zurücklegte. Der Trip soll sich fernab der Gebiete bewegen, die über Spezial-Kreuzfahrtschiffe touristisch durchaus frequentiert sind.

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Die Geschichte der menschlichen Gegenwart am Südpol ist von furchtbaren Entbehrungen und Verlusten geprägt: Die legendäre Nimrod-Expedition unter Führung von Ernest Shackleton scheiterte im Januar 1909 - der Proviant ging aus, nur 180 Kilometer vom Pol entfernt mussten die Männer umkehren. Der Erste am Pol war dann Roald Amundsen, der ihn 1911 kurz vor seinem Rivalen Robert Falcon Scott erreichte; Scott und seine vier Männer starben bei der Rückreise. In späteren Jahrzehnten zog der Pol immer wieder Abenteurer an: Reinhold Messner und Arved Fuchs durchquerten die Antarktis 1989/90 zu Fuß und auf Skiern, 2013 traf die Britin Maria Leijerstam nach einer 800-Kilometer-Tour von einer russischen Station aus am Pol ein - auf einem Liegefahrrad.

Auf dem Luxustrip zum Südpol soll es den vermögenden Abenteurern aber an nichts fehlen. Ausreichend Wärmflaschen werden mitgenommen, und sogar ein Koch gehört mit zur Crew, der die besonders fleisch- und kohlenhydratreichen Mahlzeiten zubereiten soll. Champagnerumtrünke sind fest eingeplant (die Kühlung sollte kein Problem sein); die mobilen Camps verfügen sogar über Toiletten. Zehn Tage sind für die Reise geplant, aber es kann natürlich immer mal etwas dazwischenkommen, wenn man in der Antarktis unterwegs ist - bei starkem Wind und Schneefall fällt die Sichtweite auf null, und obwohl man als Fahrer kaum mit querenden Fußgängern rechnen muss, sollte man solche Tage besser im Camp aussitzen.

Wer teilnehmen will, muss neben der finanziellen auch die medizinische Eignung nachweisen. Angeblich haben sich bereits britische Fondsmanager und Schweizer Banker angemeldet. Ein Nebeneffekt könnte die Reise besonders attraktiv machen. Bloomberg zitiert Explorations-Company-Chefin Nicola Shepherd: "Die Leute verlieren auf diesen Reisen eine Menge Gewicht, weil der Körper so viel mehr Energie aufbringen muss, um warm zu bleiben."

In einer früheren Version dieses Artikels wurde irrtümlich Robert Falcon Scott als erster Mensch am Südpol genannt. Wir haben den Fehler korrigiert.

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