17.10.2016  Freizeitparks in Deutschland rüsten auf

Wo Lichtblitz und Sturzflug regieren

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"Die schnellste Wasserachterbahn der Welt" entsteht gerade im Süden Polens, im Energy-Landia, einem Freizeitpark nahe der tschechischen Grenze. Auch im Europa-Park hierzulande wird an einer Großattraktion für die Saison 2017 gearbeitet und der Movie Park berichtet schon voller Stolz vom Fortschritt beim Bau der neuen Achterbahn "Star Trek: Operation Enterprise". Spektakulärer und immer aufwändiger geht es in den Freizeitparks zu.

Allein der Europa-Park lässt sich nach eigenen Angaben seine neue Attraktion für 2017 angeblich rund 25 Millionen Euro kosten. Eine Menge Geld, doch um die Besucherzahl zu halten oder gar zu steigern sind jedes Jahr Investitionen nötig. Dabei spielen auch immer häufiger Komplettangebote mit Hotelübernachtung und Vollverpflegung eine immer größere Rolle.

Technisch loten die immer ausgefeilteren Angebote die Verschmelzung von Computerspielen, 3D- und 4D-Simulationen aus. Die Digitalisierung hat hier schon längst Einzug gehalten. Virtuell-Reality-Fahrten gehören zum Angebot, nun buhlen interaktive 4D-Attraktionen um die Aufmerksamkeit der Gäste.

Im Europa-Park entsteht zum Beispiel derzeit eine Anlage, die die Besucher auf spektakuläre Art und Weise über Europas Landschaften und Städte fliegen lassen soll. Wind, Wasser und Gerüche begleiten dabei den Flug. Im Legoland arbeitet man an der "Ninjago World", einem 4D-Fahrspaß, bei dem die "Gast-Kämpfer" mit ihren Gesten Lichtblitze, Feuerbälle, Eisfontänen und Luftstöße auf virtuelle Gegner schleudern. Kostenpunkt der Attraktion: rund 9,6 Millionen Euro.

36 Millionen Gäste in deutschen Freizeitparks

Das Geschäft brummt, meint … Janine Engel, Sprecherin vom Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU). Allein in Deutschland zählten die 80 Mitgliedsparks im vergangenen Jahr rund 36 Millionen Gäste, Tendenz steigend. Dabei ist der Europa-Park mit etwa 5,5 Millionen Gästen mit Abstand der größte Freizeitpark Deutschlands.

Zu den Verbandsmitgliedern gehören aber auch der Hansa-Park (1,3 Millionen Gäste pro Saison), Legoland Deutschland, Phantasialand, Tropical Island, der Erlebniszoo Hannover, der Moviepark und seit kurzem auch Karls Erlebnishof in Mecklenburg -Vorpommern. Parks mit weniger als 100.000 Besuchern pro Jahr sind von der Mitgliedschaft ausgeschlossen.

Dass im Unterhaltungssektor eine Menge Geld zu verdienen ist, davon zeugen nicht nur die Millionen Besucher. Tatsächlich setzen die beiden Branchengrößten etliche Milliarden Euro im Jahr mit ihren Angeboten um. Disney verbuchte beispielsweise im Segment Parks und Resorts im Jahr 2015 lau Geschäftsbericht insgesamt 16,162 Milliarden Dollar, zweitgrößter Betreiber, die Merlin Entertainments Group (Legoland, Sea-Life, Dungeon, Madame Tussauds), zählte 2015 insgesamt 62,9 Millionen Besucher bei Erlösen in Höhe von insgesamt 1,4056 Milliarden Euro.

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