08.03.2018  Kragen, Passform, Muster

Welches Hemd kleidet welchen Mann?

Von Andreas Rose

5. Teil: Was Sie bei Material und Qualität beachten sollten

Garantiert hochwertig: Vor einigen Jahren ließ sich der indische Geschäftsmann Pankaj Parakh ein Hemd schneidern, das aus purem Gold gewebt war (und rund 200.000 US-Dollar wert war). Aber es gibt auch günstigere Hemden, die sehr gut und qualitätvoll gearbeitet sind.
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Garantiert hochwertig: Vor einigen Jahren ließ sich der indische Geschäftsmann Pankaj Parakh ein Hemd schneidern, das aus purem Gold gewebt war (und rund 200.000 US-Dollar wert war). Aber es gibt auch günstigere Hemden, die sehr gut und qualitätvoll gearbeitet sind.

Wie erkennt man ein hochwertiges Hemd? Vor allem am Material und an der Verarbeitung. Kunstfasern sind zwar bei Sportkleidung beliebt, weil sie leicht sind, elastisch, formstabil und schnell trocknen. Bei Businesshemden sollte man sie jedoch vermeiden. Kunstfaserhemden kleben bei Hitze schnell auf der Haut und riechen unangenehm.

Dank der technischen Entwicklung erreichen heute auch Baumwollstoffe eine relativ hohe Elastizität, etwa Dynamic Cotton, ein Gewebe, das obendrein bügelfrei ist. Baumwolle und Leinen bleiben nach wie vor die wichtigsten und häufigsten Hemdstoffarten, vertreten durch hochwertige Webarten wie Chambray, Fil-à-Fil, Fischgrat, Oxford und Popeline.

Was die Verarbeitung betrifft, lassen sich auch für Laien einige elementare Kriterien überprüfen. Bei den Nähten entscheidet die Stichfrequenz: Je dichter und kleiner die Stiche, desto besser. Und doppelt genäht hält wirklich besser. Ein gutes Hemd erkennt man auch anhand der passende Anschlüssen bei der Musterung: Das Muster - Streifen oder Karos - verläuft auch über Nahtstellen hinweg gleichmäßig weiter. Ein guter Kragen ist verstärkt - manche Hemden haben die Kragenstäbchen eingenäht, bei anderen sind sie herausnehmbar. Das ist letztlich Sache des Geschmacks und wie viel Aufwand man betreiben will.

Unbedingt sollte man einen Blick auf den Hemdrücken werfen, der bei guten Hemden stets etwas länger ist als die Vorderseite, um zu vermeiden, dass das Hemd beim Bücken aus der Hose rutscht. Auch eine Rückenpasse kennzeichnet ein Qualitätshemd. Dieser eingearbeitete Spielraum erlaubt dem Träger Bewegungen zu machen, ohne das Hemd zu spannen - selbst bei einem relativ engen Schnitt. Zu guter Letzt kann auch der Preis als Orientierungshilfe dienen, sofern man ihn nicht als einziges Kriterium heranzieht. Pi mal Daumen: ein solides Hemd gibt es ab rund 50 Euro aufwärts, Spitzenhemden beginnen beim doppelten Preis.

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