16.09.2016  Under Armour auf der New York Fashion Show

Eins zu Null für Coppens

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Hautenge Kompressions-Leggins, wasserabweisende Sweatshirts und "nicht ganz colle" Sneakers - dafür sei Under Armour bisher bekannt - heißt es bei dem Wirtschaftnachrichtendienst "Bloomberg". Doch der Sportmode- und Sportartikelhersteller arbeitet hart daran, zu den großen Unternehmen der Branche aufzusteigen und auf allen Ebenen Widersacher Nike und Co. anzugreifen.

Nun hat das Label von Gründer Kevin Plank auf der New York Fashion Week erstmals in der Unternehmensgeschichte eine eigene Kollektion vorgestellt. High-end-Mode, wild und unangepasst. Überhaupt nicht typisch für ein Sportlabel", konstatiert "Bloomberg". Statt langweiliger Freizeitmode, zeigte das Label Kleidung mit allerhand überraschenden Varianten: Neonorangefarbene Einlässe, asymmetrische Linen und Reißverschlüsse, Neoprenjacken mit Daunenfüllung und statt erwarteter Sneakers waren Slipper in Leder zu sehen.

Hinter der Modelinie, die unter dem Namen UAS verkauft wird, steckt der belgische Designer Tim Coppens, der schon für Ralph Lauen und Adidas arbeitete und in New York ein eigenes Label auf den Markt brachte. Coppens wurde erst zum Juni dieses Jahres zum Executive Creative Director von Under Armour ernannt. Und schon bald darauf titelten US-Medien "Ist Under Armour jetzt cool?"

Designer Tim Coppens präsentierte die Kollektion UAS in New York in einem Lagerhaus
AP
Designer Tim Coppens präsentierte die Kollektion UAS in New York in einem Lagerhaus

Die jetzige Präsentation sei eine Mischung aus Under Armour und Coppens typisch minimalistisch zugeschnittener Ästhetik, heißt es in Medien. Und so dürfte der amerikanischen Marke ein Schritt in die Richtung Wachstum gelungen sein. Ziel ist es, Under Armour jenseits der Sportarenen und Fitnessstudios anzusiedeln, um es mit den weltweit führenden Sportartikel- und Modeherstellern Nike und Adidas aufzunehmen. Nike macht allein im Sportswear-Segment einen Umsatz von 6,6 Milliarden Dollar. Under Armour liegt bisher bei einem Gesamtumsatz von 4 Milliarden Dollar.

Der Weg an die Spitze ist jedoch noch lang. "Fortune" warnt zudem, dass Freizeitmode derzeit angesagt sei und sogar im Büro getragen würde. Doch dieser Trend sei nicht zeitlos. So versäumten die Hersteller, eine Strategie zu entwickeln für die Zeit danach. Under Armour versuche noch auf den Zug aufzuspringen, eine Antwort für danach sei das Unternehmen aber noch schuldig. Adidas und Puma seien beispielsweise eine Partnerschaft mit Kanye West und Rihanna eingegangen.

Nicht ohne Grund will Ben Pruess, Senior Vice President Sportbekleidung bei Under Armour, nach der Präsentation der Modelinie nicht in Jubel ausbrechen. "Das ist die erste Kollektion", zitiert ihn "Bloomberg". "Es wäre töricht zu sagen, 'wir haben es geschafft". Es sei vielmehr nur ein Schritt von vielen Schritten, die "wir weiter gehen werden".

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