13.03.2018 
Das Samsung Galaxy S9 im Techniktest

Persönliche Emojis, bessere Kamera

Franziska Gabbert/dpa-tmn

Modellpflege bei Samsung: Das Galaxy S9 bringt im Gewand des Vorgängers S8 mehr Leistung und eine neue Kamera. Die Verbesserungen müssen Nutzer allerdings im Detail suchen. Denn nur an einer Stelle legt Samsung sichtbar Hand an - zum Glück für alle Rechtshänder.

Die Form ist gleich, das Material fühlt sich gleich an. Das Größenverhältnis des Displays von 18,5:9, schön gerundete Kanten, ein Display, das an den Rändern gefühlt ins Nichts davon fließt - ja, hatten wir alles schon. Samsungs neue Spitzenmodelle Galaxy S9 (5,8 Zoll Display, 4 Gigabyte RAM) und das größere 9+ (6,2 Zoll, 6GB RAM) wirken jeweils wie ein dunkel schimmernder Monolith ohne Ecken und Kanten - und gleichen ihren Vorgängen nahezu bis ins kleinste Detail.

Doch zum Glück gibt es einen Unterschied: Langte man beim S8 als Rechtshänder noch regelmäßig beim Entsperren des Telefons auf die Kameralinse, liegt der Fingerabdrucksensor nun endlich unterhalb der Kameras. Ein Fehler beseitigt, so sieht Modellpflege aus.

Schwachstelle Glas
Wie beim Vorgänger bestehen auch beim Galaxy S9 die Vorder- und Rückseite wieder aus Glas. In der Falltrommel von Stiftung Warentest wies das Galaxy S8 zahlreiche Glasbrüche auf. Beim Kauf sollte man sich also besser auch eine Hülle zulegen. In Sachen Reparierbarkeit gibt es vom Portal "ifixit.com" vier von zehn möglichen Punkten für das Galaxy S9. Positiv fallen den Reparaturaktivisten die modularen Bauteile im Innern auf, die sich leicht tauschen lassen. Das gut verklebte Glas an Vorder- und Rückseite sowie eine verklebte Batterie erschweren allerdings den Zugang.

Und Modellpflege ist das Galaxy S9 par excellence. Die einzige große Neuerung - neben der üblichen Leistungssteigerung - ist die überarbeitete Kamera. Zwölf Megapixel löst der Sensor der Hauptkamera des S9 auf, beim S9+ kommt noch eine zweite Kamera mit ebenfalls zwölf Megapixeln und zweifacher Vergrößerung hinzu. Gute Bilder schießt man mit beiden, die zweite Linse des S9+ ermöglicht aber bessere Aufnahmen von entfernten Motiven und macht schönere Porträts. Das kleinere S9 schwächelt hier mit seinem selektiven Fokus etwas.

Spannend ist die Technik der dynamischen Blende. Bei Tageslicht und hellem Kunstlicht öffnet die Blende mit f2.4, bei wenig Licht wird auf eine zweite Blende mit f1.5 umgeschaltet. So gelangt mehr Licht auf den Sensor, auch Nachtbilder sollen gut aussehen. Im Profimodus können Smartphonefotografen auch - leicht umständlich - alle Werte selbst einstellen.

Schon das Galaxy S8 war in Sachen Fotografie weit vorn, beim S9 ist aber noch mehr drin. Zum Beispiel die Superzeitlupenfunktion: Nutzer können in diesem Modus Clips von 0,2 Sekunden Länge drehen - allerdings mit 960 Bildern pro Sekunde. Schnelle bewegte Szenen damit beinahe zum Stillstand zu verlangsamen, macht höllisch Spaß, damit es immer zuverlässig klappt, ist aber einiges an Übung nötig.

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