20.11.2018 
Neues MacBook Air im Praxistest

Leiser und bunter, aber weniger Schnittstellen

Franziska Gabbert/dpa-tmn

Manchmal lässt Apple seine Kunden eine gefühlte Ewigkeit warten. Das MacBook Air war seit 2015 nicht mehr signifikant erneuert worden. Eine Neuauflage war längst überfällig. Der Praxistest zeigt, wie sich das Notebook im Alltag bewährt.

Der Auftritt von Steve Jobs auf der Macworld im Januar 2008 ist legendär: Aus einem Briefumschlag zog der Apple -Mitbegründer vor einem verblüfften Publikum das erste MacBook Air und pries es als "das dünnste Notebook der Welt" an. Die Botschaft kam an. Das MacBook Air wurde zum populärsten Notebook von Apple und diente der gesamten Branche als Designvorlage.

In den vergangenen Jahren schien bei Apple aber die Begeisterung für das MacBook Air nachgelassen zu haben. So steckten in dem keilförmigen Notebook zuletzt immer noch Prozessoren mit der mittlerweile in die Jahre gekommenen Broadwell-Architektur des Chip-Lieferanten Intel . Die Fans der Macintosh-Notebooks waren daher erleichtert, als Apple-Chef Tim Cook nun eine komplett überarbeitete Version vorstellte.

Den größten Unterschied zur alten Generation spürt man beim Bildschirm. Das neue MacBook Air verfügt über ein Retina-Display, einen 13-Zoll-Bildschirm in IPS-Bauweise mit 227 dpi Auflösung. Der Bildschirm kommt auf über vier Millionen Pixel, während das alte 13-Zoll-Modell nur über knapp 1,3 Millionen Pixel verfügte. So erscheinen die Texte nun knackig scharf. Fotos kommen farbenfroher daher, schließlich wurde die Anzahl der darstellbaren Farben um 48 Prozent erhöht. Selbst wenn man nur wenige Stunden vor dem neuen Modell gesessen hat, möchte man nie wieder ein Display mit schlechterer Auflösung verwenden. Allerdings ist der Bildschirm nicht so hell wie bei den Pro-Modellen.

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Beim Hauptprozessor setzt Apple nun auf die achte Generation von Intels Core-i5-Chips, die dem Gerät spürbar mehr Power verleihen. Die Performance hängt aber auch von der Größe des Arbeitsspeichers (RAM) ab. Zur Auswahl stehen 8 und 16 Gigabyte (GB) RAM. Die meisten Anwender dürften mit 8 GB RAM klarkommen. Beim SSD-Hauptspeicher dürfte die kleinste Variante (128 GB) für viele Anwender nicht ausreichen, um größere Datenbestände zu speichern, sie sollten mindestens eine Kapazität von 256 GB wählen. Zur Auswahl stehen aber auch 512 GB oder sogar 1,5 Terabyte.

Einige Komponenten des neuen MacBook Air sind bereits aus der Pro-Serie bekannt: So wurde ein Touch-ID-Sensor eingebaut, mit dem man viele Passwort-Eingaben durch einen Fingerabdruck ersetzen kann. In Deutschland wird man demnächst damit auch Online-Einkäufe bezahlen können, sobald der angekündigte Start von Apple Pay erfolgt ist.

Aus den Pro-Modellen stammt auch der T2-Sicherheitschip, der unter anderem beim Bootvorgang den Mac gegen Manipulationen durch eine Schadsoftware schützt. Der T2-Chip sorgt auch dafür, dass das MacBook Air mit der Sprachassistentin Siri angesprochen werden kann. Außerdem deaktiviert er die Mikrofone des Geräts vollständig, sobald das Notebook zugeklappt wird. Diese Trennung erfolgt nach Angaben von Apple "rein auf Hardware-Ebene". Damit sei eine Schadsoftware gar nicht mehr in der Lage, das Mikrofon heimlich zu aktivieren.

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