10.08.2018  Whisky als flüssige Geldanlage

Kostbare Liquidität in Flaschen

3. Teil: FAQs zum Thema Whisky

Whisky hat Traditionen in verschiedensten Ländern. Das führt zu vielen Namen und Beinamen. Was Einsteiger wissen sollten:

Wann ist ein Whisky ein Whisky?

"Whisky darf sich erst Whisky nennen, wenn der Getreidebrand zwei oder drei Jahre in einem Holzfass lag - das ist weltweit definiert", erklärt Branchenexperte Horst Lüning. "In Schottland ist es ein Eichenfass, indem der Whisky liegen muss." Je nachdem, welches Getreide verwendet wird, verändert sich der Name: Malt stammt aus Gerste, Bourbon überwiegend aus Mais und Rye aus Roggen.

Der Großteil der Whiskys wird laut Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure aus mehreren Einzeldestillaten gemischt, man nennt sie "blended". Außerdem ist für die Formalien wichtig, woher er stammt: In den USA und Irland wird Whiskey mit e geschrieben, überall sonst ohne.

Wie alt muss der Whisky beim Kauf sein?

Das Altern im Fass ist eingeschränkt, denn darin verdunstet mit der Zeit der Alkohol. "Wenn der Alkoholgehalt unter 40 Prozent sinkt, ist es kein Whisky mehr. Dann muss man ihn etwa als Likör verkaufen", so Lüning. "Aber wenn das Fass gut dicht ist, sich keine Spalten bilden und das Lagerhaus nicht zu heiß wird, sind 40 Jahre, in außergewöhnlichen Zeiten 60 Jahre zur Reife möglich." Dann kommt er in die Flaschen und kann darin eigentlich ewig lagern.

Gibt es viele alte Bestände?

Die ältesten Flaschen, die meist wieder im Besitz der Brennereien gelandet sind und in deren Museen stehen, seien ungefähr 150 Jahre alt, so Lüning. "Die Sammelleidenschaft war früher nicht da, es hatte mehr den Konsumcharakter." Dazu kommt, dass alte Korken von Flaschen den Alkohol nicht behielten. "Daher gibt es bei Sammlerflaschen Bezeichnungen wie "half neck", "three quater neck". Das beschreibt, wie weit der Whiskyspiegel schon abgesunken ist."

Welche Länder haben den begehrtesten Whisky?

"Beim Sammeln kommt Schottland an Nummer eins, und dann kommt ganz, ganz lange nichts", sagt Lüning. "Die Amerikaner haben viel zu große Auflagen, geht schon fast in die Hundertausende." Bei der Wertigkeit der einzelnen Flaschen hat sich die Spitzenposition unter allen Regionen hinter Schottland Japan erarbeitet. "Allerdings erst in den letzten fünf bis zehn Jahren, vorher waren es kleinere Abfüller in den USA, die Whisky-Fässer von den größeren Brennereien gekauft haben. Die haben gewissen Sammelwerte erreicht."

Und Deutschland?

Deutschland ist ein Land ohne große Whisky-Geschichte, es finden sich mittlerweile aber einige Hersteller. "Es gibt einige Brennereien bei uns, die sich einen hervorragenden Ruf erarbeitet haben, aber die Sammler springen noch nicht darauf an", so Lüning. Deren Erstabfüllungen sind einige hundert Euro wert.

Simone Andrea Mayer, dpa

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