08.11.2018 
Die besten Adressen in Portugal

Wellness auf dem Weingut

Von Sebastian Bordthäuser, "Der Feinschmecker"

4. Teil: Quinta Nova: Königlicher Aufenthalt

Die Weine der Quinta Nova gehören zu den besten der Region. Auch die Aussicht kann sich sehen lassen.
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Die Weine der Quinta Nova gehören zu den besten der Region. Auch die Aussicht kann sich sehen lassen.

Die Quinta Nova heißt mit vollem Namen Quinta Nova de Nossa Senhora do Carmo und ist der perfekte Ort, um sich mit dem Douro vertraut zu machen. Sie profitiert von einer idealen Anbindung: Sei es beim Tagesausflug aus Porto mit dem Zug, als Station für einen längeren Aufenthalt mit dem Auto oder mit dem Helikopter als Ziel mondäner Partys, die Quinta Nova erfüllt alle Ansprüche. Vor allem die eineinhalb Stunden lange Bahnfahrt lohnt.

Die Strecke von Porto nach Pinhão bietet eine pittoreske Kulisse entlang des Flusses und stimmt einen auf das Douro-Tal ein, das mit seinen spektakulären Terrassenlandschaften seit 2001 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Sehenswert ist auch der Bahnhof in Pinhão, verziert mit den typischen portugiesischen Kacheln, und die Weine der Quinta gehören zweifellos zur Spitze der Region. Die Cuvée "Mirabilis" 2016 wurde jüngst zum besten portugiesischen Weißwein gewählt. Da ist es von Vorteil, wenn man hinterher nicht mehr ans Steuer muss.

Über gut 120 Hektar erstreckt sich die Quinta Nova auf einer Bergkuppe, einst gehörte das Weingut dem portugiesischen Königshof. 1999 kaufte der Korkproduzent Amorim das Anwesen und verwandelte es in einen modernen Weintourismusbetrieb mit historischem Ambiente. Zur Quinta gehören elf Doppelzimmer, ein Restaurant, ein kleines, liebevoll mit historischen Schaustücken ausgestattetes Portweinmuseum sowie eine eigene Kapelle. Mehrfach täglich werden Führungen angeboten. Wanderwege laden zu unterschiedlich langen Spaziergängen durch die Weinberge, die hauseigenen Obstgärten und Gemüseanlagen ein; danach kann man die kulinarischen Vorzüge der Region im Restaurant studieren.

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Dort werden traditionelle Gerichte aus dem Douro im modernen Gewand serviert. Die lokale Küche des Nordens ist deftiger als die im Süden oder an der Küste: Schwein, Lamm und Ziege sowie Schinken und Würste gehören fest zum Speiseplan, die caldo verde, eine Suppe aus Kartoffeln, Kohl und Chorizo, ist wahrscheinlich das bekannteste Gericht dieser Gegend. Konzessionen an internationale Trends wie Club Sandwiches oder Burger werden auf dem Gut nicht gemacht - ausdrücklich soll der Douro als ursprüngliches und eigenständiges Reiseziel gestärkt werden.

Nachhaltigkeit und Regionalität schlägt sich auch in der Personalpolitik nieder: Um in der strukturschwachen Gegend Perspektiven zu schaffen, werden nur Einheimische beschäftigt. Der gut ausgebildete Service schenkt zu den Speisen Weine der Quinta glasweise ein oder berät bei der Wahl aus der Karte. Wer seinen Tagestrip abrunden möchte, kann mit dem Hubschrauber über das atemberaubend schöne Douro-Tal fliegen (360 Euro für 45 Minuten mit maximal vier Personen) oder im Außenpool der Quinta den Ausblick genießen. Wer über Nacht bleibt, wird mit der unvergleichlichen Ruhe hier am Douro belohnt.

Wer über Nacht bleibt, wird mit der unvergleichlichen Ruhe hier am Douro belohnt - und mit gutem Essen
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Wer über Nacht bleibt, wird mit der unvergleichlichen Ruhe hier am Douro belohnt - und mit gutem Essen

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