15.05.2017  Großer Feinschmecker-Test

Das sind die neun besten Olivenöle der Welt

Von
Christian Lohfink für Der Feinschmecker

manager-magazin.de: Wie kann man gutes Olivenöl im Supermarkt erkennen?

Kersten Wetenkamp: Man hat leider fast keine Chance, weil die exzellenten Qualitäten meist gar nicht in den Supermärkten stehen. Die kann man meist nur online bestellen. Es ist aber schon mal ein gutes Zeichen, wenn auf dem Etikett ein Jahrgang steht und der Hersteller klar benannt ist, so dass man sehen kann, wo das Öl hergestellt wurde. Auch wenn man dann immer noch nicht weiß, ob die Qualität toll ist. Am besten findet man einen Händler, dem man vertrauen kann - so funktioniert es bei Wein ja auch.

mm.de: Dann andersherum: Kann man schlechte Öle erkennen?

Kersten Wetenkamp

Wetenkamp: Man kann erkennen, ob ein Öl Massenware ist. Bei Industrieöl von großen Marken wie Bertolli oder Carapelli steht im Kleingedruckten, dass die Oliven "aus dem Mittelmeerraum" kommen - das heißt im Klartext: aus Nordafrika, nicht aus der EU. Man hat keine Qualität, wenn verschiedene Regionen und oft sogar verschiedene Jahrgänge vermischt werden.

mm.de: Wie testet der "Feinschmecker"?

Wetenkamp: Wir verkosten blind, also mit verdeckten Flaschen. Wir verkosten pur. Brot und Äpfel werden nur zur Neutralisierung zwischen den Ölen gereicht. Man muss oft husten, weil die neuen Öle scharf sind im Rachen - Bitterkeit und Schärfe sind bei neuen Ölen ein Zeichen für Frische. Fehler sind meist schon im Duft erkennbar - etwa, wenn die Oliven zu warm gepresst wurden oder die Bäume von der Olivenfliege befallen waren. Dann bewerten wir das Öl mit null Punkten.

Der Feinschmecker
Heft 11/2017

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mm.de: Wie teuer ist gutes Öl?

Wetenkamp: Das hängt stark davon ab, wo es herkommt. Italien ist am teuersten, Spanien ist günstiger, Griechenland und Nordafrika liegen preislich noch darunter, aber qualitativ leider meist auch. In Italien kommen die größten Mengen aus dem Süden, aus Kalabrien, Apulien und Sizilien. Für zehn Euro pro halbem Liter bekommt man da ein sehr vernünftiges Öl. In der Toskana ist es gleich mindestens doppelt so teuer, die Erntemengen sind niedrig, die Haine sind terrassenförmig angelegt und es wird von Hand geerntet - das kostet. Preise bis 100 Euro pro Liter sind keine Seltenheit.

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