04.08.2018 
Nach unten ist noch Luft

Schwerelos trainieren mit Aerial-Sportarten

Aerial Yoga im Tuch ist viel schwieriger, könnte man meinen. Tatsächlich kann das Tuch aber wie hier bei der Übung Fledermaus auch eine Stütze sein.
Monique Wüstenhagen/dpa-tmn
Aerial Yoga im Tuch ist viel schwieriger, könnte man meinen. Tatsächlich kann das Tuch aber wie hier bei der Übung Fledermaus auch eine Stütze sein.

Sich so leicht fühlen wie ein Vogel und dabei den gesamten Körper gesund halten - genau das versprechen Aerial Sportarten von Hoop über Hammock bis zu Flying Pilates und Aerial Yoga. Alle Trainingsformen stärken die Kraft, Flexibilität, Balance und Koordination.

Ein Kitzeln im Bauch, ein Hauch von Schwerelosigkeit - und dabei auch noch die Muskeln stählen: Sport in von der Decke herabhängenden Tüchern und Ringen vereint beides miteinander. Welche der Aerial Sportarten die richtige ist, hängt vom eigenen Interesse ab. Manche setzen eher auf Kraft und Choreographie, andere auf Entspannung. Das Wichtigste sind ein gut ausgebildeter Trainer und sicheres Equipment.

Ein Überblick:

Aerial Yoga: So werden die Faszien locker

Die Übungen des Aerial Yoga helfen, die sogenannten Faszien zu lockern. Faszien sind das Muskeln, Gelenke und Organe umgebende Bindegewebsnetz. Der Körper soll aus verkrampften Haltungen gelöst werden, wie sie gerade bei sitzender Tätigkeit vorkommen. Die Wirbelsäule wird entlastet, die Teilnehmer können sich komplett aushängen und dabei entspannen. Stellungen, die aus dem Yoga bekannt sind - wie der herabschauende Hund, bei dem man aus Händen, Füßen und Boden ein Dreieck bildet -, werden durch das Tuch leichter. Gerade Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Übergewicht finden so einen Weg, die oft anstrengenden Asanas zu meistern.

Auch die Geborgenheit, die entsteht, wenn man sich in das Tuch wie in einen Kokon einhüllt, spiele eine große Rolle, erläutert Simone Kieltyka, Lehrbeauftragte am Institut für Tanz und Bewegungskultur der Deutschen Sporthochschule Köln.

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Ganz ohne Anstrengung geht es aber auch beim Aerial Yoga nicht. "Dadurch, dass das Tuch immer etwas in Schwingung ist, sucht der Körper permanent nach Ausgleich", erklärt Elke Rasor, Aerial Yoga-Trainerin im Tanzstudio "Exquisuite" in Bielefeld. Allerdings geschehe dies fast unbemerkt. Die Stunde werde so spielerisch gestaltet, "die Schüler merken kaum, dass sie eigentlich gerade beispielsweise an ihren Bauchmuskeln arbeiten."

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