28.08.2018  Die Luxusautos der Monterey Car Week

Die PS-Party wird elektrisch

Thomas Geiger/dpa-tmn

Für sein Quartier muss Michael Perschke in dieser Woche sicher ein paar hunderttausend Dollar bezahlen. Denn Perschke ist Chef der neu gegründeten Luxusmarke Automobili Pininfarina und hat einen Steinwurf von Pebble Beach entfernt eine Villa gemietet. Doch die Investition dürfte sich lohnen. Denn dort zeigt er reichen Kunden einen neuen Sportwagen. Im Minutentakt rollen deshalb die Luxuslimousinen vor mit Sammlern aus aller Welt. Sie dürfen unter Ausschluss der Öffentlichkeit einen ersten Blick auf den PF0 werfen, der ab Ende nächsten Jahres die Überholspur dominieren soll: Rund 1397 kW/1900 PS stark, über 400 km/h schnell und natürlich elektrisch will er der schnellste und stärkste Sportwagen sein, der bislang in Italien gebaut wurde.

Ort und Termin für diese Preview hat Perschke mit Bedacht gewählt: die Car Week in Monterey. Rund um den Concours d'Elegance in Pebble Beach treffen sich über 200.000 Autofans und feiern eine gewaltige PS-Party. Die Begeisterung ist groß, und das Geld sitzt locker bei den Gästen. Kein Wunder also, dass Perschke die ersten paar Kaufverträge schon in der Tasche hat, obwohl der Preis noch unbekannt ist. Er dürfte aber bei circa zwei Millionen Euro liegen.

Die gute Stimmung nutzen auch die anderen Hersteller. Während auf den klassischen Automessen die Premieren immer weniger werden, gibt es hier eine Enthüllung nach der anderen. Obwohl es überall nach Öl, Gummi und Benzin riecht bei den Oldtimern, surrt es dabei vor allem elektrisch. Denn es sind insbesondere Studien für eine neue Ära des Autos, mit denen die Marken um Aufmerksamkeit buhlen.

Kennen Sie sich mit Luxusautos aus? Hier ist unser Quiz zum Thema!

So hat Mercedes einen Silberpfeil mit Stromantrieb präsentiert, der die Idee des Weltrekordwagens W125 von 1937 mit 550 kW/750 PS und stromlinienförmiger Carbonkarosserie in die Zukunft trägt. Audi kontert mit dem PB18 E-Tron, der eine elektrische Mischung aus Gran Turismo und Le-Mans-Prototyp ist und diese Zwitterrolle mit einem besonders variablen Innenleben unterstreicht. Denn sobald der Beifahrer aus der 600 kW/816 PS starken Flunder mit dem keilförmigen Heck gestiegen und der Fahrer auf die Rundstrecke abgebogen ist, verschwindet der zweite Sitz im Boden, und der Fahrer rückt wie im Rennwagen in die Mitte, erläutert Designchef Marc Lichte.

Als Dritter im Bunde schickt Infiniti den Prototype 10 ins Rennen um die Gunst der Gäste: Auch das ist ein voll elektrischer Sportwagen, der allerdings den Blick als Retro-Roadster deutlich weiter zurück wirft - dabei ist Infiniti von allen die jüngste Marke.

1 / 2

Mehr zum Thema