15.06.2018  Testfahrt im BMW Alpina D5 S

Hinten Ruhe, vorne Power

Von
Fixer als ein Porsche 911: Der BMW Alpina D5 S
ALPINA
Fixer als ein Porsche 911: Der BMW Alpina D5 S

3. Teil: Mercedes E-Klasse Coupé: Das raffinierte Dandy-Mobil

Das Coupé der E-Klasse ist eine gelungene Mischung aus Eleganz und Technik. Nur die Assistenzsysteme sind nicht ausgereift.

Mercedes E-Klasse Coupé
Daimler
Mercedes E-Klasse Coupé

Die Coupés, so will es die Tradition bei Mercedes, bekommen stets das raffinierteste Design der jeweiligen Baureihe. Dadurch werden sie zum Wunschobjekt für all jene, die nur noch gelegentlich vier Sitzplätze benötigen, für die ein zweisitziger Sportwagen aber zu wenig bequem oder zu auffällig ist.

Das neue Coupé der E-Klasse ist länger (zwölf Zentimeter), breiter (sieben Zentimeter) und deutlich verspielter als der Vorgänger. Die Front wirkt kraftvoll, auch dank der großen Lufteinlässe, die Seitenlinie ist markant, das Heck schwingt aus in einer gebogenen Spoilerlippe. Diese elitäre Eleganz setzt sich im Innern fort. Beim Testwagen wurden dort leuchtend weiße mit mattschwarzen Lederoberflächen kombiniert, die Lüfterdüsen im Cockpit muten wie kleine Turbinentriebwerke an, und beim Einsteigen reicht einem ein elektrisch ausfahrender Halter die Gurte über die Schulter.

Nicht alles, was gut aussieht, ist allerdings praktisch. So versperren die dicken, flach ansteigenden A-Säulen einen nicht unerheblichen Teil des Sichtfelds. Die große, am Oberrand der Frontscheibe montierte Kameraanlage und der weit herausragende Innenspiegel rauben zusätzlich Durchblick. Auch das Einsteigen in den Fond ist nicht ganz einfach, das Dach sitzt hinten tief. Coupé eben.

Mercedes E-Klasse Coupé
Technik
333 PS
E400-4matic-Coupé 245 kW
183 g/km CO2-Emission
Dynamik
5,3 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
250 km/h Spitzengeschwindigkeit
Preis
ab 64.807 Euro

Am Fahrverhalten gibt's nichts zu mäkeln. Der Dreiliterbenziner und der Allradantrieb sorgen für souveränen Vortrieb. Insbesondere im Dynamic-Modus ist das Coupé ein echter Sportler. Das Fahrwerk ist perfekt abgestimmt, die Lenkung gibt sorgfältig Rückmeldung, ohne anstrengend zu wirken, Windgeräusche treten erst jenseits von 240 Stundenkilometern auf. Der Motor darf leise grollen und kernig grummeln, im Tempomatbetrieb auf der Autobahn sorgt die Neunstufenautomatik für niedrige Drehzahlen und sparsamen Spritverbrauch.

Dafür sind die Assistenzsysteme noch immer nicht ganz ausgereift. Der autonome Fahrbahnwechsel zum oder nach dem Überholen klappt noch prima. Auf der Berliner Stadtautobahn, wo die Fahrspuren enger sind als draußen auf dem Land, verliert der Spurhalteassistent bei Regen indes regelmäßig die Peilung, lenkt in Kurven gefährlich in Richtung Leitplanke oder auf die Nachbarfahrbahn. Die Spracheingabe ist so umständlich zu bedienen, dass sich Ziele im Navi schneller per Buchstabenrad eingeben lassen.

Aber nicht ärgern, sondern durchatmen und das neu angerührte Innenraumparfüm genießen. Riecht nach Daybreak. Chilliges Fahren!

3 / 7

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