10.07.2018  Testfahrt im Porsche Cayenne

Unbändiger Fahrspaß, unbändiger Verbrauch

Von

3. Teil: Mercedes CLS: Der Hai unter den Coupés

Die dritte Generation des Mercedes CLS steckt voller Hightech, hat aber eine gefährliche Schnauze.

Daimler

Es lässt sich über wenige Themen so trefflich streiten wie über Automobildesign: Als die erste Generation des Mercedes CLS vor 14 Jahren auf den Markt kam, galt dies als Revitalisierung des gesamten viertürigen Coupé-Segments. Audi zog mit dem A7 nach, BMW mit dem 6er-Gran-Coupé. Mit seinen raffiniert gespannten Bogenlinien schrieb Gorden Wagener die Formensprache von Mercedes komplett um, kurz darauf wurde er zum Designchef der Marke befördert.

Der CLS der dritten Generation sieht von vorn ein bisschen aus wie ein Hai, mit seiner vorspringenden Nase und dem nach unten zurückgekippten Kühlergrill. Kiemen hat ihm Wagener ebenfalls eingepflanzt, in Form vertikaler Entlüftungsschächte an den hinteren Kotflügeln.

Zum Serienstart bietet Mercedes drei neu entwickelte Drei-Liter-Reihensechszylinder-Motoren mit samtig-seidigem Lauf. Die beste Wahl ist der große Diesel (400 d). Der entfaltet bei den Testfahrten durch die Gebirge hinter der Costa Brava mehr Temperament und Wumms als der leistungsstärkere Benziner. Und sauber nach Abgasstufe Euro 6 ist er auch noch.

Mercedes CLS
Technik
340 PS (400 d)
250 kW
151 g/km CO2-Emission
Dynamik
5,0 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
250 km/h Spitzengeschwindigkeit
Preis
ab 72.507 Euro

Die Fahrassistenzsysteme des CLS stammen aus der jüngsten S-Klasse, sprich: Bis Tempo 210 kann das viertürige Coupé nicht nur Fahrspur, Abstand und Tempo halten, den toten Winkel überwachen und notbremsen (selbst bei Querverkehr in der Kreuzung), es kommuniziert auch permanent mit der Datenbank des Navis, bremst und schaltet vor engen Kurven oder Kuppen selbst herunter. Es kennt Tempolimits, liest Verkehrsschilder und passt seine Geschwindigkeit automatisch an - nach oben wie nach unten.

All das sollte den CLS ziemlich autonom fahren lassen. Doch de facto muss das Assistenzsystem noch eine Menge lernen. Der adaptive Tempomat verliest sich immer mal wieder und bremst zum Beispiel auf 30 Sachen herunter, wenn nebenan auf der Abbiegespur der Autobahnausfahrt eine Baustelle eingerichtet ist. Da kann man dann nur hoffen, dass das nachfolgende Auto den gleichen Assistenten nutzt. Dann wieder übersieht der Assi Tempolimits, etwa wenn die an Schilderbrücken angezeigt werden.

Ebenfalls der S-Klasse entliehen sind das satt-griffige Lenkrad mit seinen Knopfsatelliten, der kombinierte Startergenerator, der beim Beschleunigen ordentlich mit anschiebt, sowie gegen Aufpreis die Wellnessprogramme (sechs Profile). Die machen aus dem CLS einen rollenden Massagesalon, in dem einem bei sanfter Musik und kühler Brise warm im Rücken wird.

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