10.07.2018 
Testfahrt im Audi A7

Rüttelfreier Hightechcruiser

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3. Teil: Porsche Cayenne: Unbändiger Fahrspaß, unbändiger Verbrauch

Der neue Porsche Cayenne ist schneller als ein 911er - vorausgesetzt, man achtet nicht so auf den Spritverbrauch.

Lange wurde bei Porsche diskutiert, mit welchen Motorisierungen die neue Cayenne-Serie auf den Markt kommen soll. Ergebnis: Vorerst werden keine Dieselantriebe mehr ausgeliefert. Das ist blöd für alle, die gern ihre Jacht, ihre Reitpferde oder ihr Segelflugzeug per Anhänger mitführen und ein SUV bevorzugen, das auch unter Volllast nur eine vertretbare Menge Sprit verbraucht. Ihnen bleibt beim Cayenne derzeit nur die Wahl zwischen drei Benzinern, von denen der kleinste mit 340 PS laut Norm schon über neun Liter verbraucht.

Das Topmodell, der Turbo (was etwas irreführend ist, weil alle Cayenne-Motoren aufgeladen sind), kommt auf 550 PS und schluckt auf der Autobahn selbst bei zurückhaltender Fahrweise über 16 Liter. Vergnügungen jenseits des Tempolimits steigern den Verbrauch auf über 20 Liter.

"Mehr Elfer than ever" hatte der Vorstand den Entwicklern mit auf den Weg gegeben. Heraus kam dabei nicht nur ein konturierteres Design, sondern auch ordentlich Fahrpower. Wer das Chrono-Paket (Aufpreis gut 1000 Euro) bestellt, erhält dafür neben einer Stoppuhr im Armaturenbrett einen kleinen Drehregler im Lenkrad. Damit lassen sich vier Fahrmodi abrufen und per Druckknopf in der Mitte auch ein spezieller Booster, der das enorme Drehmoment von 770 Newtonmeter entfesselt und das 2,2-Tonnen-Gefährt eine halbe Sekunde schneller auf 100 Stundenkilometer katapultiert, als das ein Basis-911er schafft. Mithilfe der Wankstabilisierung (Aufpreis 3272 Euro), dem Torque Vectoring (knapp 1500 Euro), das die Antriebskräfte in Kurven gezielt an die einzelnen Hinterräder verteilt, und dank der Mischbereifung wuselt der Hochbeiner über die Sträßchen des brandenburgischen Hinterlands wie eine Elritze durch ein Gebirgsbächlein.

Porsche Cayenne
Technik
550 PS
404 kW aus einem V-8-Biturbo mit 3996 ccm Hubraum
272 g/km CO2-Emission
Dynamik
4,1 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
286 km/h Spitzengeschwindigkeit
Preis
ab 138.850 Euro

Die Keramikbremsen (6000 Euro) packen kräftig zu, das LED-Licht (gut 1000 Euro) leuchtet selbst hinterste Winkel aus und blendet bei Gegenverkehr automatisch ab. Die Hinterachslenkung (gut 2000 Euro) verkleinert zwar den Wendekreis, das Rangieren mit dem knapp 2,20 Meter breiten Koloss bleibt trotz Surround View (gut 1400 Euro) indes mühsam.

Außerhalb von Parkgaragen ist der neue Cayenne Turbo jedoch ein knackiger und absolut vollwertiger Porsche. Der unbändige Fahrspaß wird nur getrübt durch den enormen Spritverbrauch und die happigen Aufpreise. Der Testwagen hatte Extras im Wert von 30.000 Euro verbaut. Das muss man sich leisten wollen.

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