10.07.2018  Testfahrt im Porsche Cayenne

Unbändiger Fahrspaß, unbändiger Verbrauch

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2. Teil: Aston Martin Vantage: Neue Konkurrenz für Porsche und Ferrari

Der hart gefederte Aston Martin Vantage hat so seine Fahrmarotten. Technisch kann der Supersportwagen jedoch mit den ganz Großen mithalten.

Aston Martin

Was kommt heraus, wenn man englischen Automythos mit Investoren aus Kuwait und Italien sowie Stuttgarter Technologie kreuzt? Aston Martin! Vor allem dank des neuen Partners Daimler ist es der behäbigen britischen Traditionsmarke gelungen, sich mit ihrem jüngsten Modell übergangslos ins 21. Jahrhundert zu katapultieren: Nach dem 2+2-sitzigen Gran Turismo DB11 tritt der Vantage nun in Konkurrenz zum Porsche 911, zum Ferrari 288 und zum McLaren 570.

Der Supersportwagen nutzt dafür die gleiche Maschine wie Daimlers AMG GT S und dasselbe Transaxle-Bauprinzip: Der Frontmittelmotor sitzt komplett hinter der Vorderachse, die Acht-Stufen-Automatik an der hinteren Antriebsachse. Das sorgt für eine ausgeglichene Gewichtsverteilung und gutes Handling sowohl im Stadtverkehr als auch auf der Rennstrecke. Letzteres ist fürs Markenimage nicht unerheblich: Wie schon vom Vorgänger wird es auch vom neuen Vantage Rennversionen geben, die etwa in Le Mans antreten.

Bei der Ausfahrt durchs Gebirge hinter der Algarve zeigt sich der Vantage als eisenharter Sportler: Zwar lassen sich Antriebsstrang und Fahrwerk unabhängig voneinander in drei Stufen regulieren, ein Komfortmodus fehlt jedoch. Schon in der bequemsten Einstellung namens Sport bringt jeder Gullydeckel den kaum federnden Vantage aus dem Gleis, was in Kurven erhebliche Lenkkorrekturen erfordert. Ohne solche Hindernisse lassen sich die Kurven im Vantage indes mit enormem Tempo nehmen, er beschleunigt mit dem atemberaubenden Vortrieb von 685 Newtonmetern, bei Bedarf bis weit über 300 Stundenkilometer.

Aston Martin Vantage
Technik
388 PS (Reihensechszylinder, zweistufiger Turbo)
285 kW
174 g/km CO2-Emission
Dynamik
4,4 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
286 km/h Spitzengeschwindigkeit
Preis
ab 87.900 Euro

Der Nachteil des mächtigen Drehmoments zeigt sich bei Regen auf dem kniffligen Rennkurs von Portimao. Die breiten Hinterreifenwalzen drehen dann bei frühem Gasgeben am Kurvenausgang durch - bis das ESP gnädig eingreift. In der Sport+- oder gar Track-Einstellung also erst ziemlich spät.

Der Wagen, dessen Silhouette stark an Jaguars F-Type erinnert, darf aber auch ohne Rennerfahrung bewegt werden. Zumal der Zweisitzer durchaus Alltagsqualitäten hat: Der Kofferraum bietet ordentlich Platz, die Instrumente lassen sich gut ablesen, das Navi und die Digitalsysteme sind auf der Höhe der Zeit. Selbst der Motorsound passt. Aufwendig moduliert bietet er geradezu symphonischen Genuss, im Vergleich zum bassbollerigen AMG GT. Ein wenig englische Aristokratie steckt also noch im Vantage.

2 / 10

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