10.07.2018 
Testfahrt im Audi A7

Rüttelfreier Hightechcruiser

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2. Teil: Bentley Continental GT: Grand(ioser) Tourer

Der neue Bentley Continental GT setzt Maßstäbe - auch unter der Haube.

GT steht für Grand Tourer. Und wenn Bentley etwas kann, dann GT. Die neue Generation des Continental GT jedenfalls gilt bei den Enthusiasten von "Topgear" als "herausragend" und "tonangebend". Vor 15 Jahren war der Continental GT das erste Modell, das Bentley unter Regie der Konzernmutter VWentwickelte. Seither hat das viersitzige Zweitürercoupé die gesamte Auto-Klasse der Luxus-Grand-Tourer wiedererweckt: BMW folgte mit dem 6er, Rolls-Royce mit dem Wraith, Ferrari mit dem FF und später mit dem GTC4 Lusso.

Äußerlich kommt der neue Bentley noch ein wenig eleganter, flacher und muskulöser daher als sein Vorgänger. Die scharfe Zierkante auf der Flanke zieht sich bis hinter die Tür. Unter der Haube fand eine kleine Revolution statt. Der feine Brite übernimmt vom Porsche Panamera eine Reihe von Assistenzsystemen, die Doppelkupplung und den Allradantrieb.

Doch damit gaben sich die Entwickler aus dem englischen Crewe nicht zufrieden. Sie bauten zudem eine Wankstabilisierung mithilfe eines 48-Volt-Bordnetzes ein und konstruierten eine W12-Maschine mit zweifacher Benzineinspritzung, die das Aggegrat um 80 Kilo leichter und um 15 Prozent sparsamer, zugleich deutlich agiler und stärker macht. Die Bremsen, in der ersten Generation noch ein Schwachpunkt des 2,2-Tonners, verzögern jetzt an den Vorderrädern mit Scheiben von 42 cm Durchmesser - Weltrekord bei Serien-Pkw.

Bentley Continental GT
Technik
635 PS
467 kW aus einem W12-Biturbo mit 5950 ccm Hubraum
278 g/km CO2-Emission
Dynamik
3,7 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
333 km/h Spitzengeschwindigkeit
Preis
ab 201.500 Euro

Auch im Innenraum gibt es viel Neues: Das Zentraldisplay kann auf Knopfdruck rotieren, sich vom Riesennavibildschirm in ein diskretes Rundinstrumentecockpit verwandeln oder in ein blankes Holzpaneel. LED-Leuchtbänder setzen mit sechs wählbaren Farbtönen stimmungsvolle Akzente im ganzen Cockpit.

Durch die nach vorn gerückte Vorderachse, die das Gewicht gleichmäßiger verteilt, soll sich der Continental GT laut Bentley noch rasanter steuern lassen als vorher. Ich teste das bei einer Alpenquerung, von Kitzbühel an den Stausee von Sauris im Friaul und dann Richtung Osten nach Klagenfurt. Auf der Landstraße fährt sich der GT in der Normaleinstellung ("Bentley-Mode") präzise und mühelos wie auf Schienen, auf der Autobahn gleitet er im Comfortmodus wie ein fliegender Teppich. Die steilen Serpentinen des Plöckenpasses sind dann im Sportmodus ein wahrer Hochgenuss. Jede Kurve ein Ereignis.

Nach sieben Stunden Fahrt steige ich aus und würde am liebsten direkt wieder zur nächsten aufbrechen. Eine echte GT: grandiose Tour.

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