16.03.2017  Ministerin legt sich mit Autofahrern an

"SUVs dürften nur für Bauern und Jäger erlaubt sein"

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Lexus

Sie hat es wieder getan: Nachdem sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) im politischen Kampf für die Natur schon mit Kohlekumpeln und Landwirten angelegt hat, kritisiert sie nun Fahrer dicker Autos.

"Eigentlich dürften SUVs nur für Bauern und Jäger erlaubt sein", sagte Hendricks beim Treffen der G20-Staaten zum Thema Ressourceneffizienz am Donnerstag in Berlin. Vorweg stellte sie allerdings gleich klar: "Ich sage das jetzt nicht als Vorschlag, sonst werde ich wieder aufgespießt."

Der Boom der Geländewagen ähnelnden Sport Utility Vehicle (SUV) wird von Umweltschützern häufig kritisiert, da diese Fahrzeuge in der Regel mehr Kohlendioxid ausstoßen als Limousinen oder Kombis. Sie sind oft weniger windschnittig und schwerer.

Inzwischen ist in Deutschland jedes vierte zugelassene Auto ein SUV oder ein Geländewagen. Vor fünf Jahren war es erst jedes siebte Fahrzeug. Allerdings kommen in letzter Zeit zahlreiche kleine und sparsame SUVs auf den Markt, so dass die Fahrzeuge im Schnitt bei weitem nicht mehr so viel Sprit schlucken wie früher.

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Den Klimazielen der Bundesregierung steht der SUV-Boom dennoch entgegen. So hat der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland 2016 allen Klimaschutz-Bemühungen zum Trotz zugenommen.

Eine Schüsselrolle spielt der Verkehr. Laut Umweltbundesamt (UBA) stieg der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor insgesamt um 5,4 Millionen Tonnen, das ist ein Plus von 3,4 Prozent. Hauptgrund ist der zunehmende Verkehr, doch auch wegen des SUV-Booms sinkt der CO2-Ausstoß von Neuwagen bei weitem nicht so stark wie von der Bundesregierung erhofft.

mit dpa

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