03.11.2016  Das sind die besten Modellautos 2016

Große kleine Flitzer

Von
Delius Klasing Verlag

Seit 27 Jahren ist Andreas A. Berse Chefredakteur des Magazins "Modell Fahrzeug", das jährlich die besten Auto-Miniaturen prämiert. Mit manager-magazin.de sprach er darüber, ob die kleinen Flitzer als Wertanlage taugen - und was die Sammler motiviert. Die Hitliste kann auch als Inspiration für den Gabentisch dienen - wenn es für den echten Porsche nicht reicht.

manager-magazin.de: Herr Berse, warum kauft sich jemand ein sehr kleines Auto, das nicht fahren kann?

Berse: Die Hauptmotivation ist, sich ein Stück Jugend zurück zu kaufen. Sammler kaufen Autos, die sie früher selbst gefahren sind - oder von denen sie geträumt haben. Und wenn sie dann Feuer fangen, bauen sie ihre Sammlung um ein Thema herum auf: Als Mercedes- oder Audi-Fan oder als Traktoren-Liebhaber. Jede Sammlung ist in sich unverwechselbar. Die Käufer sind ja keine Kinder mehr, die mit Modellautos spielen, sondern Sammler, die sich ein individuelles Museum aufbauen und das dann auch sehr individuell präsentieren.

mm.de: Lassen Sie mich raten: Alles Männer über 50 Jahren?

Berse: Nicht alle. Das Durchschnittsalter der Leser des Magazins "Modell Fahrzeug" liegt in der Tat bei 51 Jahren. Und ja, es sind gut 90 Prozent Männer - aber in jüngster Zeit kommen immer mehr Frauen dazu.

Hier geht es zum Auto-Quiz: Kennen Sie die Spitznamen dieser Legenden?

mm.de: Wie viele Autos hat ein durchschnittlicher Sammler?

Berse: Ganz schön viele: 1600. Und pro Jahr gibt er 925 Euro für sein Hobby aus.

mm.de: Taugen Modellautos als Geldanlage?

Berse: Richtig alte schon. Nehmen Sie die antiquarischen Modelle von Matchbox, Corgi und Dinky: Die sind zwar zu hunderttausenden produziert worden, aber 99 Prozent davon wurden im Sandkasten verschrottet. Wenn man ein altes Matchbox-Auto fabrikneu in der Originalverpackung hat, das kann schon wertvoll sein. Heutige Modellautos werden zum Teil gezielt für den Sammlermarkt produziert, vielleicht in einer Auflage von 5000 Stück - aber davon bleiben dann auch fast alle erhalten, so das die Wertsteigerung oft nicht so groß ist.

mm.de: Wie wertvoll kann ein Modellauto werden?

Berse: Es gibt ein paar Zentimeter große Wiking-Modelle aus den 1950ern, die schon für 10.000 Euro und mehr versteigert wurden.

mm.de: Und von welchem Fahrzeug träumen Sie?

Berse: Ich bin ein ziemlich untypischer Sammler. Ich habe nur rund 200 Modelle, und zwar querbeet durch alle Fahrzeugarten und Maßstabgrößen. Ein Jaguar E-Type wäre toll, der hat genau wie ich 1961 das Licht der Welt erblickt. Ich kaufe mir die Autos wieder zurück, die ich als Kind schon toll fand - Modelle von Corgi und Dinky, ich hatte nur ganz wenige, weil die so teuer waren: Fünf bis zehn Mark. Heute kosten die 50 bis 70 Euro.

Video: Und jetzt zu den großen Autos. Das sind die zuverlässigsten Marken:

Nachrichtenticker

Leser-Empfehlungen