09.05.2018  Plastikmüll-Vermeidung leicht gemacht

Diese 5 Alltags-Tipps senken Ihren Plastikverbrauch

Mehrweg-Frischenetze sind eine günstige und gute Alternative zum Plastikbeutel
picture alliance / Marcel Kusch
Mehrweg-Frischenetze sind eine günstige und gute Alternative zum Plastikbeutel

Nur ein paar Cent genügen offenbar, um viele Deutsche zum Umdenken zu bringen: Seit Plastiktüten bei den meisten Einzelhändlern etwas kosten, ist deren Verbrauch in Deutschland kräftig zurückgegangen. Im Jahr 2015 griffen die Deutschen zu insgesamt 5,6 Milliarden Tüten, im Jahr 2016 waren es "nur" mehr 3,6 Milliarden Stück, hat der Handelsverband Deutschland vor einigen Monaten ermittelt.

Die 10 bis 15 Cent je Plastiktragetasche, die Händler nun meist verlangen, scheinen zu wirken. Doch mit der Plastikvermeidung verhält es sich oft wie mit dem Abnehmen: Gute Vorsätze fassen viele, kluge Tipps dazu gibt es viele. Leider lässt sich längst nicht jede Plastikvermeidungs-Idee mühelos in den Alltag integrieren. Nur wenige Berufstätige dürften Zeit und Interesse aufbringen, etwa plastikfreie Kosmetika selbst herzustellen - oder Einweg-Plastikflaschen zu Pflanzentöpflein oder Vorhängen umzuarbeiten.

Wir haben fünf einfach zu befolgende Tipps zusammengestellt, mit denen jede und jeder seinen Plastik-Verpackungsmüll im Alltag reduzieren kann - ohne seinen Lebensstil auf den Kopf stellen zu müssen.

1. Bei Einkauf besser Taschen füllen statt Eintüten

Wer Plastiktüten vermeiden will, sollte beim Einkaufen eben ein wenig vorausplanen und eigene Taschen mitbringen. Das kann ein eigener Rucksack sein, ein Einkaufskorb oder eine mehrfach verwendbare Tragetasche. Umweltschutz-Organisationen wie BUND empfehlen Taschen aus Stoffen wie Jute oder Baumwolle wegen deren besserer Ökobilanz. Doch sie können auch zu besonders leichten, reißfesten Taschen aus der Plastikfaser Polyester greifen - die haben den Vorteil, sich besonders platzsparend verstauen zu lassen. Letztlich geht es ja darum, keine zusätzlichen Plastikbeutel in Umlauf zu bringen - und das leistet eine mehrfach verwendete Polyestertasche genauso wie ein Jutebeutel.

2. Obst und Gemüse: Lose schlägt vorportioniert

In Plastik eingeschweißte Gurken, Weintrauben in der Kunststoffschachtel: Wer Lebensmittel im Supermarkt einkauft, muss danach oft einen kleinen Berg Plastikverpackungen entsorgen. Klar: Wer Obst und Gemüse auf Wochenmärkten, im Bioladen oder in speziellen Unverpackt-Läden kauft, kommt mit deutlich weniger Plastikmüll nach Hause. Verpackungsprofis halten aber auch die dabei verwendeten dünnen Papiertüten nicht für optimal, weil sie nicht wiederverwendet werden können.

Auch in klassischen Supermärkten werden viele Obst- und Gemüsesorten lose und unverpackt angeboten. Wer dabei dünne Plastiktüten einsparen will, kann etwa via Internet wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel aus Baumwolle erstehen. Die sind vergleichsweise günstig, lassen sich waschen - und sorgen für die entsprechende Hygiene beim Heimtransport.

3. Lebensmittel: Darf's ein bisschen Glas sein?

Joghurt lässt sich nicht nur aus dem Plastikbecher löffeln, höherwertiges Joghurt wird auch in Mehrweg-Gläsern verkauft. Auch Sprudelwasser ist - bei genauerem Blick in die Regale - häufig in Glasflaschen erhältlich. Gleiches gilt für Milch, Sahne, Öl, Essig, Ketchup oder Senf.

Zwar sind Behälter aus Glas schwerer als ihre Plastik-Pendants und brechen leichter. Doch anders als Plastikbecher und einige Plastikflaschen lässt sich Glas leicht mehrfach verwerten. Dieses Wissen sollte Ihnen zumindest gelegentlich den Griff zum Glasbehälter erleichtern.

4. Lieber größer denken - und auch so einkaufen

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Einzel verpackte Schokoriegelchen oder Mini-Frischkäse mögen auf den ersten Blick besonders appetitlich wirken. Doch die Mehrfachverpackungen erzeugen auch deutlich mehr Müll. Plastikvermeidungs-Willige sollten deshalb nicht nur bei Süßigkeiten besser zu Großpackungen greifen, sondern auch bei Conflakes, Müsli oder Nudeln. Selbiges gilt auch für Kosmetika: Große Nachfüllpackungen für Duschgels oder Seifen produzieren unter dem Strich deutlich weniger Plastikmüll als einzeln gekaufte Päckchen.

5. Besser für "To Stay" statt "To Go" entscheiden

Ob frisch geschnittene Früchte, Sushi-Rollen oder fertig gemixte Salate samt Plastikbesteck: Supermärkte und Kioske ködern Hungrige gerne mit schnellem Essen für zwischendurch. Leider sorgen bei den To-Go-Happen Einmalbesteck und mehrere Lagen Plastik für große Mengen Kunststoffmüll. Drum: Wer plastik-enthaltsam leben will, sollte sich eher gegen die Schnell-Ernährung aus dem Kiosk entscheiden und lieber ein paar Minuten mehr in ein Essen investieren, das auf normalen Tellern und mit Metallbesteck serviert wird. Und bei Kaltgetränken den Plastik-Strohhalm generell weglassen.

Auch der "Coffee to go" im Pappbecher ist nicht umweltfreundlich: Die Becher sind innen mit Kunststoff ausgekleidet, der Plastikdeckel wird genau ein Mal benutzt und dann weggeworfen. Deshalb raten Umweltschützer dazu, den Kaffee besser in selbst mitgebrachte, mehrfach verwendbare Thermosbecher schütten zu lassen.

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