14.09.2018 
Bei Brexit ohne Abkommen

Bank of England fürchtet Kollaps des britischen Häusermarktes

Skyline von London: Einbruch der britischen Häuserpreise um 35 Prozent befürchtet
AFP
Skyline von London: Einbruch der britischen Häuserpreise um 35 Prozent befürchtet

Der britische Notenbank-Chef Mark Carney hat vor der Gefahr von Preiseinbrüchen am Immobilienmarkt im Falle eines ungeordneten Brexit gewarnt. Dies sei keine offizielle Prognose, sagte Carney am Freitag bei einer Veranstaltung in Dublin. Aber man müsse sicherstellen, dass das Finanzsystem klar in der Lage sei, weiter Kredite zu vergeben.

Die Zeitung "Times" hatte zuvor berichtet, der Notenbank-Chef habe bei einem Treffen mit Ministern einen Einbruch der britischen Häuserpreise um 35 Prozent vorausgesagt, sollte es mit der EU keine Abkommen zum Austritt aus der Europäischen Union geben. Die Notenbank hatte eine Stellungnahme dazu abgelehnt.

"Nicht auf das Beste hoffen, sondern sich für das Schlimmste rüsten"

Die Bank von England sei vorbereitet, wie auch immer sich die Wirtschaft entwickele, sagte Carney. "Das schließt eine große Bandbreite von möglichen Brexit-Ergebnissen ein." Mit ihren Stresstests habe sie sichergestellt, dass die großen britischen Banken auch weiterhin die Bedürfnisse der Haushalte und Unternehmen erfüllen können, selbst bei einem ungeordneten Austritt des Landes aus der EU. "Unser Job ist schließlich nicht, auf das Beste zu hoffen, sondern sich für das Schlimmste zu rüsten."

Großbritannien will die Europäische Union Ende März 2019 verlassen. Es ist aber immer noch nicht klar, wie die wirtschaftlichen Beziehungen zur EU künftig aussehen werden.

Die Bank von England hatte auf ihrem Treffen am Donnerstag ihre Zinspolitik vor dem Hintergrund des nahenden Brexit nicht angetastet. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt aktuell bei 0,75 Prozent. Es ist das höchste Niveau seit fast einem Jahrzehnt.

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