07.11.2018 
Abstimmung in Kalifornien

Teure Dialyse - FMC wird Risiko in USA los

Blutwäsche in Dialyse-Zentrum: In Kalifornien wurde ein Bürgerbegehren über die Versorgung von Nierenkranken abgelehnt - und FMC atmet durch
DPA
Blutwäsche in Dialyse-Zentrum: In Kalifornien wurde ein Bürgerbegehren über die Versorgung von Nierenkranken abgelehnt - und FMC atmet durch

Der Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) hat im wichtigen US-Geschäft eine Sorge weniger. In Kalifornien lehnten die Menschen ein Bürgerbegehren über die Versorgung von Nierenkranken ab. Wäre der Antrag mit Änderungen für die Vergütung angenommen worden, hätte sich die Behandlung nach Einschätzung von FMC nicht mehr gerechnet. Die Erstattung wäre auf ein Niveau gefallen, "das deutlich unter den anfallenden Kosten liegt", erklärte Konzernchef Rice Powell am Mittwoch in Bad Homburg.

Die Wähler in Kalifornien hatten bei den Zwischenwahlen für den Kongress am Dienstag auch über die "Proposition 8" abstimmen dürfen und diesen Entwurf mit fast 62 Prozent abgelehnt. Mit dem Volksbegehren sollten die Anbieter gezwungen werden, bestimmte kostenüberschreitende Einnahmen direkt an Patienten oder deren Versicherer zurückzuzahlen.

Unternehmen wie FMC hatten sich massiv dagegen ausgesprochen. Ihrer Ansicht nach hätte ein "Ja" zum Antrag zur Schließung von Dialysekliniken führen können.

FMC hat Millionen in Kampagne gegen das Bürgerbegehren investiert

Millionenschwere Kosten für eine Informationskampagne gegen das Bürgerbegehren hatten FMC im dritten Quartal belastet und mit dafür gesorgt, dass der Dax-Konzern seine Gewinnziele für 2018 senken musste. Nun reagierten FMC-Aktien mit einem Kurssprung auf die Nachricht: Die Papiere stiegen am Mittwoch um mehr als neun Prozent.

Goldman Sachs hat Fresenius Medical Care nach der Volksabstimmung in Kalifornien über ein geplantes Gesetz zu Änderungen in der Dialyseversorgung auf "Buy" belassen. Das Kursziel bleibt unverändert bei 89 Euro. Die Ablehnung des Gesetzesvorhabens nehme viel Unsicherheit aus der Aktie des Dialyse-Spezialisten, schrieb Analystin Veronika Dubajova in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Der Markt dürfte sich nun wieder auf die ihres Erachtens anhaltend soliden Fundamentaldaten des Unternehmens besinnen.

la/dpa/reuters

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