12.10.2017  "Babylon Berlin" kommt ins Fernsehen

Das ganz große Ding aus Deutschland

Babylon Berlin: Der Goldglanz der 20er Jahre in einer opulenten Fernsehserie
Babylon Berlin: Der Goldglanz der 20er Jahre in einer opulenten Fernsehserie

2. Teil: Der Berlin-Mythos lebt

Die Stadt zehrt noch heute von Marlene Dietrichs Zeiten - die Serie auch. Die drei Regisseure, Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries, haben den Berlin-Mythos geschickt umgesetzt und auch einiges aus dem Buch geändert. Der Schnodderton der Stadt ist gut getroffen: "Gereon? Wo kommen Sie denn her, aus dem Mittelalter?", fragt Charlotte, als sich der Kommissar mit Namen vorstellt. Nur manche Straßenszene und Autofahrt sehen ein bisschen nach Kulisse aus.

Die Serie kann an die sechs Staffeln lang werden, die dritte soll nächstes Jahr entstehen. Kutscher hat sechs Bücher geschrieben, er plant bis zum Jahr 1938. "Babylon Berlin" beginnt im Jahr 1929 mit dem ersten Band, "Der nasse Fisch", der in den zwei Staffeln mit 16 Folgen erzählt wird. Kommissar Rath verschlägt es aus Köln nach Berlin zur Sittenpolizei. Er bekommt es dort mit einem Pornoring zutun - und muss erst noch seine Rolle bei den neuen Kollegen finden.

Natürlich geht es um mehr: etwa um das Elend in den Armenvierteln, die Exzesse im Nachtleben und die Arbeit der Polizei in einer Stadt, die brodelt, um historische Ereignisse wie die Straßenschlacht im "Blutmai". Rath hat ein Kriegstrauma, er braucht gegen das Zittern die kleinen Ampullen in seiner Tasche. Seine Kollegin Charlotte Ritter erfährt davon - sie hat aber selbst auch ein Geheimnis.

Die Serie ist ähnlich komplex wie das 500 Seiten dicke Buch. Wer "Babylon Berlin" schon vor der Premiere sehen durfte, wurde gebeten, nicht zu "spoilern", also zuviel zu verraten. Volker Kutscher findet die Serie "wunderbar". Man habe das Gefühl, im alten Berlin auf der Straße zu sein, den Verkehr zu hören und die Atmosphäre zu spüren. Das könnten viele Zuschauer ähnlich sehen.

Caroline Bock, dpa/mh

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