23.03.2017  Kennen Sie den "Owner Blues"?

Manager sind glücklicher als Unternehmer

Von
DPA

Macht Arbeit glücklich? Und wenn ja, welche Art von Arbeit? Der "World Happiness Report", der vom Sustainable Development Solutions Network (SDSN) zusammen mit der Ernesto Illy Foundation herausgegeben wird, ist genau dieser Frage nachgegangen, wie das Portal Quartz berichtet.

Das jährliche Ranking misst den Glückslevel einzelner Länder - und in diesem Jahr auch, untermauert mit Material von Gallup World Poll, erstmals, wie Glück und Arbeit zusammenhängen. Die erste Erkenntnis ist recht erwartbar: Arbeitslose sind weniger glücklich als Leute mit Jobs, und wer gut bezahlt wird, ist tendenziell auch zufriedener mit seinem Leben. Wer hart körperlich arbeitet, etwa auf dem Bau, in Minen, Fabriken, Landwirtschaft, Fischerei oder Forstwirtschaft, ist eher unzufrieden als Büromenschen.

Aber von letzteren sind nicht unbedingt die am glücklichsten, die am meisten zu sagen haben und am besten verdienen. Firmeninhaber schnitten im weltweiten Glücksranking deutlich schlechter ab als angestellte Fach- und Führungskräfte. Auf einer Skala von 1 bis 10 bewerteten sie ihre Lebensqualität mit 5,3, Fachkräfte und Manager kamen auf immerhin auf 6,3 und 6,4.

Unternehmer haben offenbar auch weniger zu lachen als die Leute, die für sie arbeiten. Fragen wie "Wurden Sie gestern den ganzen Tag lang respektvoll behandelt?" und "Haben Sie gestern viel gelächelt oder gelacht?" beantworteten nur gut 70 Prozent mit ja, angestellte Führungskräfte kamen auf gut 5 Prozent mehr. Gut 20 Prozent der Firmeninhaber sind außerdem unzufrieden mit ihrem Arbeitsleben, bei Managern ist die Quote mehr als 8 Prozent niedriger.

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"Das hat uns wirklich überrascht", zitiert Quartz George Ward, einen der Autoren des Kapitels über Arbeit und Glück. In weitergehenden Untersuchungen fand er heraus, dass die Diskrepanz zwischen der Zufriedenheit der Unternehmer und ihrer Angestellten auch vom Entwicklungsgrad des Landes abhängt: In Industrienationen waren Unternehmer insgesamt zufriedener mit ihrem Leben als Manager und angestellte Fachkräfte, berichteten aber weitaus mehr als Firmeninhaber in Entwicklungsländern über negative Gefühle im Alltag.

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