19.04.2016  Wie ein Vorstand sein hohes Gehalt verteidigt

70 Millionen Pfund im Jahr - "Ich bin jeden Penny wert"

Von Arne Gottschalck
Weil ich´s mir wert bin: Sir Martin Sorrell, Chief Executive Officer von WPP
REUTERS
Weil ich´s mir wert bin: Sir Martin Sorrell, Chief Executive Officer von WPP

70 Millionen Pfund im Jahr sind auch für verwöhnte Manager kein schlechtes Jahresentgelt. 70 Millionen Pfund entsprechend fast 88 Millionen Euro. Martin Sorrell, genauer Sir Martin Sorrell soll diese Summe nun offenbar zuteil werden, wie "The Guardian" berichtet.

Und prompt erhob sich kräftiger Gegenwind . Doch anstatt sich zu ducken und jenem Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, stand Sorrell auf und wetterte dagegen.

"Ich bin jeden Penny wert", knurrt der Chef des Werbe-Riesen WPP. Und verweist auf die Geschichte des Unternehmens. Denn immerhin war er es, der die Firma WPP, die seinerzeit Kabel und Plastikprodukte herstellte, seit 1985 zu einem globalen Werbeunternehmen formte. An die bescheidenen Anfänge erinnert heute nur noch der Name - WPP steht für Wire and Plastic Products. Denn heute ist es ein 21-Milliarden-Pfund-Unternehmen. Entsprechend selbstbewusst steht Sorrell da.

Er habe dreißig Jahre seiner Lebens für WWP gegeben, und als Ergebnis sei er eben jeden Penny wert. "Ich bin kein Zuspätkommer, der die Gesellschaft nur übernommen und umgedreht hat. Wenn das Ganze nur ein Fünfjahresplan gewesen wäre, der nicht klappte - ok, dann wäre die Kritik angemessen. Aber über die 31 Jahre bin ich ein erhebliches Risiko eingegangen."

Hier stehe ich, ich kann nicht anders? Diese dem Luther-Wort angelehnte Erfahrung hat Sorrell bereits im März gemacht. Damals hatten rund 30 Prozent der Aktionäre gegen sein Entgelt gestimmt.

Trockener Kommentar Sorrell: "Alles, was wir machen, wird von den Aktionären gebilligt, so oder so. In den vergangen fünf Jahren ist der Aktienkurs von 665 auf 1645 Pence gestiegen." Die Marktkapitalisierung sei damit von 8 auf 20 Milliarden Pfund gestiegen. "Wenn es da ein Problem gibt, liegt es daran, dass wir erfolgreich waren. Ich mag das Wort Bezahlung nicht. Es ist eine Belohnung, die mit einem Risiko einhergeht." Eine Belohnung, die ihn zu einem der bestbezahlten FTSE-Lenker macht.

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