01.02.2018  Personalie bestätigt

ZF Friedrichshafen holt Mahle-Chef Scheider an Bord

Wolf-Henning Scheider: ZF Friedrichshafen hat den Branchenkenner vom Konkurrenten Mahle abgeworben
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Wolf-Henning Scheider: ZF Friedrichshafen hat den Branchenkenner vom Konkurrenten Mahle abgeworben

Der zuletzt von Machtkämpfen durchgeschüttelte Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat wie erwartet Wolf-Henning Scheider an die Spitze seines Unternehmens berufen. manager-magazin.de hatte die Personalie bereits Ende vergangener Woche verkündet.

Der bisherige Mahle-Chef werde den Posten bereits am Donnerstag antreten, teilte das Unternehmen aus Friedrichshafen im Anschluss an eine Sitzung des Aufsichtsrates mit. Scheiders Posten bei Mahle übernimmt Jörg Stratmann, der dort bisher den Geschäftsbereich Thermomanagement verantwortet.

"Als CEO von Mahle hat Wolf-Henning Scheider viel Kompetenz in einem wegweisenden Transformationsprozess gezeigt", betonte der Aufsichtsratschef von ZF, Franz-Josef Paefgen. Scheider leitet den deutlich kleineren Stuttgarter Autozulieferer seit 2015 und hat dort den Wandel von einem stark vom Verbrennungsmotor abhängigen Geschäft hin zur Elektromobilität vorangetrieben. Begonnen und große Teile seines bisherigen Berufslebens verbracht hat der 55-Jährige bei Bosch. Zuletzt hatte er dort den mit Abstand größten und wichtigsten Geschäftsbereich, die Kraftfahrzeugsparte, geleitet.

Bei Mahle war Scheider bislang für weltweit knapp 80.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von gut zwölf Milliarden Euro verantwortlich. ZF hatte 2016 knapp 137.000 Mitarbeiter und fast dreimal so viel Umsatz wie Mahle.

Auch Mahle ist ein Stiftungsunternehmen

Zuletzt hatte das Unternehmen allerdings mit Turbulenzen an der Führungsspitze zu kämpfen. Der bisherige ZF-Vorstandschef Stefan Sommer musste im Dezember im Streit mit kommunalen Anteilseignern gehen - auch deshalb, weil seine ambitionierte Expansionsstrategie nicht bei allen Aufsehern auf Gegenliebe stieß. Nach Sommers Abschied hatte Finanzvorstand Konstantin Sauer vorübergehend die Führung des Unternehmens übernommen.

Wie ZF sind auch Bosch und Mahle Stiftungsunternehmen. Außerdem kennt sich Scheider im Automobilbereich bestens aus. "Von der Konstruktion her passt er also gut zu ZF", sagte Branchenexperte Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen, der Scheider schon lange kennt. "Beides zusammen macht ZF am Ende ja aus."

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Einen Kurswechsel erwartet Diez allerdings nicht. Auch Sommers Ziel sei gewesen, die Abhängigkeit von ZF vom Getriebe zu reduzieren und das Unternehmen mit Blick auf den Wandel in der Branche breiter aufzustellen. "Und das ist ja genau die Strategie, die Scheider bei Mahle verfolgt hat." Auch Aufsichtsratschef Paefgen betonte: "Er wird die bestehende Strategie ZF 2025 konsequent fortführen."

ZF ist stark vertreten in der Herstellung von Getrieben und Fahrwerken für Pkw und Nutzfahrzeuge. 2015 übernahm der Zulieferer den US-Konkurrenten TRW Automotive. Der Konzern gehört zu knapp 94 Prozent der Zeppelin-Stiftung, bei der die Stadt Friedrichshafen das Sagen hat. ZF ist nach Bosch und Continental der drittgrößte deutsche Autozulieferer.

mg/dpa-afx

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