09.05.2018  Neustart eines Ex-Managers

Früher Arcandor, jetzt Autor - mit Middelhoff beim Italiener

Thomas Middelhoff
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Thomas Middelhoff

Im Rückblick zeigt sich Thomas Middelhoff abgeklärt: "Reichtum ist überhaupt nicht wichtig. Das kann ich guten Gewissens sagen. Als ich ein ordentliches Vermögen hatte, war ich kein glücklicherer Mensch als heute", sagte der frühere Top-Manager der Deutschen Presse-Agentur.

Middelhoff, der am Freitag (11. Mai) seinen 65. Geburtstag feiert, sollte wissen, wovon er spricht. Er hat in seinem Leben Höhen und Tiefen erlebt, wie nur wenig andere Firmenlenker. Er war einer der einflussreichsten Manager Deutschlands, erst als Chef des Medienriesen Bertelsmann, später als Vorstandsvorsitzender des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor. Er lebte ein Leben im Luxus mit Villa im südfranzösischen Nobelort St. Tropez und einer millionenteuren Luxusjacht.

Und er erlebte nach der Pleite von Arcandor einen Absturz von epischer Dimension: Die Verurteilung zu einer dreijährigen Haftstrafe wegen Untreue zu Lasten des Handelskonzerns, den Verlust seines Vermögens durch eine Privatinsolvenz, die Scheidung nach 45 Ehejahren und eine schwere Krankheit.

Knapp ein halbes Jahr nach der Haftentlassung wirkt Middelhoff bei einem Treffen dennoch alles andere als unglücklich. Der Manager hat nach dem Gefängnisaufenthalt ein neues Leben begonnen. In einer neuen Stadt: Hamburg. Mit einer neuen Lebensgefährtin und einem neuen Lebensentwurf: Middelhoff der Schriftsteller, der Vortragsreisende und vielleicht bald auch wieder der Unternehmensberater.

Bereits in der Haft hatte der Manager seine Gefängniserfahrungen zu einem ersten Buch "A 115 - Der Sturz" verarbeitet, das im Herbst 2015 erschien. Jetzt schreibt er an seinem zweiten Werk, einem Wirtschaftskrimi, bei dem er auch seine Erfahrungen aus den Chefetagen einfließen lassen will. Oft sitze er den ganzen Tag am Schreibtisch und arbeite an dem Roman, erzählt bei einem Treffen in einem kleinen italienischen Restaurant in der Nähe der Außenalster. Und fügt dann noch hinzu, er habe schon immer Bücher schreiben wollen.

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