14.02.2018  Cyril Ramaphosa als Nachfolger für Jacob Zuma

Womit Südafrikas nächster Präsident reich wurde

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Cyril Ramaphosa
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Cyril Ramaphosa

Südafrikas Präsident Jacob Zuma beugt sich dem Druck seiner Partei und ist am Mittwochabend mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten. Zuma macht damit Platz für seinen Stellvertreter Cyril Ramaphosa, der seit Dezember bereits die Regierungspartei ANC anführt. Nach Monaten des politischen Chaos und Jahren des wirtschaftlichen Niedergangs wird Ramaphosa wie ein Erlöser erwartet. In Erwartung der Amtsübergabe ist die Landeswährung Rand auf den höchsten Stand seit 2015 gestiegen.

Ramaphosa kommt nicht nur als Kandidat des Gewerkschaftsbunds Cosatu ins Amt, der seinen einstigen Verbündeten Zuma im vergangenen Sommer aufgab. Auch die Unternehmen verbuchen ihn als einen der Ihren: "Ramaphosa hat selbst eine unternehmerische Vergangenheit und steht demzufolge für eine liberale Wirtschaftspolitik", erklärt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag. Goldman Sachs' Afrikachef Colin Coleman zeigt sich ebenso überzeugt: "Ramaphosa hat eine klare Idee, was er zu tun hat."

Jacob Zuma beugt sich dem Druck - im Video:

Ramaphosa verspricht zuerst, mit der grassierenden Korruption aufzuräumen, die in Südafrika das etwas akademisch klingende Thema "State capture" (Vereinnahmung des Staates) zum Begriff gemacht hat - am Mittwoch wurde als Symbol der neuen Zeit die Johannesburger Residenz der indischstämmigen Gupta-Familie, die Zumas Regierung für ihre Geschäftsinteressen eingespannt haben soll, von einer Eliteeinheit der Polizei gestürmt.

Als Programm kündigt der ANC-Chef einen "New Deal für Südafrika" an, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. In fünf Jahren soll die Wachstumsrate auf 5 Prozent steigen. Der Staat soll, flankiert von einem Mindestlohn, bessere Bildungs- und Gesundheitsdienste bringen und das Management der staatlichen Firmen verbessern; trotz insgesamt höherer Einnahmen sollen vor allem kleine Unternehmen steuerlich entlastet werden. Auch die Vorschriften zum "Black Economic Empowerment", der Beteiligung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit an Unternehmen, will Ramaphosa lockern.

Der zweitreichste Schwarze nennt sich weiterhin Sozialist

Ironie der Geschichte: Er selbst ist einer der größten Profiteure dieser Politik, die nach dem politischen Ende der Rassentrennung auch die ökonomische Apartheid beenden sollte. Ramaphosa gilt als der zweitreichste Schwarze im Land, mit einem laut "Entrepreneur Magazine" auf 6,4 Milliarden Rand (430 Millionen Euro) geschätzten Vermögen, schnellen Autos, edlen Weinen, Büffelranch und dem Bauprojekt einer Villa in bester Kapstädter Lage.

Vor ihm rangieren nur sein Schwager Patrice Motsepe, der einzige schwarze Milliardär - und auch heute noch zwölf weiße Südafrikaner. Die Macht dieser Elite bröckelt zwar wie beim Kollaps der Einzelhandelsgruppe Steinhoff , doch die weiterhin extreme Ungleichheit entlang der alten Rassengrenzen und die Massenarbeitslosigkeit machen den Frust so explosiv.

Ramaphosa, der in den 80er Jahren die Bergarbeitergewerkschaft NUM und den Dachverband Cosatu mitgegründet hatte und sich bis heute als Sozialist bekennt, hatte das Ende der Apartheid als damaliger ANC-Generalsekretär maßgeblich mit ausgehandelt. Er galt als Wunschnachfolger des ersten schwarzen Präsidenten Nelson Mandela, unterlag aber 1997 Thabo Mbeki (dem damaligen Vertreter einer wirtschaftsliberalen Linie) und machte stattdessen zunächst Geschäftskarriere.

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