30.01.2018  "Steven Pinker hat sich selbst übertroffen"

Bill Gates hat ein "neues ewiges Lieblingsbuch"

Bill mit Buch (Archivaufnahme)
DPA
Bill mit Buch (Archivaufnahme)

Nicht-milliardenschwere Leser müssen bis Ende Februar auf das neue Buch des Harvard-Psychologen Steven Pinker warten. Microsoft-Gründer Bill Gates hat es bereits gelesen - und direkt zu seinem neuen "favorite book of all time" erklärt. Bei Amazon schießen die Vorbestellungen durch die Decke.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Milliardär von Pinker schwärmt. Jahrelang habe er "The Better Angels of Our Nature" (deutsche Version: "Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit") für das beste Buch gehalten, das er jemals gelesen habe, schreibt der Microsoft-Gründer. "Ich werde nun aber damit aufhören, so viel über Better Angels zu reden, denn Pinker hat sich selbst übertroffen. Sein neues Buch "Enlightenment Now" ist sogar noch besser."

In "Better Angels" habe der kanadische Psychologe die These vertreten, dass die Menschheit aktuell in der friedlichsten Phase ihrer Geschichte lebe; Gates lobt, er habe "nie eine klarere Erklärung von Fortschritt" gelesen. Das neue Werk führe diese Argumentation fort, verknüpfe die Diskussion der Gewalt allerdings mit fünfzehn anderen Indikatoren von Fortschritt, etwa mit Lebensqualität, Wissen oder Sicherheit. Das Resultat? "Wie Better Angels auf Steroiden."

Buchtipp

Steven Pinker
Enlightenment Now: The Case for Reason, Science, Humanism, and Progress

Viking, 576 Seiten, gebunden, engl., Februar 2018, 15,49 Euro

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Besonders eindrucksvoll seien die Fakten, die Pinker für seine Argumentation heranziehe: 2014 habe ein US-Bürger anderthalb Stunden pro Woche für das Waschen seiner Wäsche aufbringen müssen; 1920 seien es noch elfeinhalb Stunden gewesen. Das möge zunächst trivial erscheinen; der Aufstieg der Waschmaschine spare allerdings fast einen halben Tag pro Woche ein, der für "alles mögliche genutzt werden kann, für das Binge-Watching von Fernsehserien bis hin zum Gründen eines Unternehmens."

Insgesamt stimme er größtenteils mit dem Autoren überein, schreibt Gates weiter, wenngleich er etwas optimistisch sei, was Anwendungen künstlicher Intelligenz angehe. Pinker übergehe die Frage, wer die Roboter am Ende kontrolliere - ein Thema, das auch Milliardärskollege Elon Musk umtreibt. Trotz solcher Unstimmigkeiten im Detail ist Gates "froh, dass wir brillante Denker wie Steven Pinker haben, die uns helfen, das große Ganze zu sehen."

Gates' Eloge scheint bei seinen Lesern zu verfangen: "Enlightenment Now" gehört bei Amazon mit einem Plus von knapp 2500 Prozent aktuell zu den drei größten Aufsteigern in der Bestsellerliste. (Natürlich können auch andere Faktoren für steigende Vorbestellungen sorgen - Gates' Lektüreempfehlungen finden allerdings regelmäßig eine breite Leserschaft). Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Der Milliardär bietet auf seiner Website ein Probekapitel zum Download an.

luk

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