08.10.2017  Deutsche Top-Ökonomen favorisieren US-Amerikaner

Das sind die Favoriten für den Wirtschaftsnobelpreis

US-Ökonomin Anne Krueger (Archivbild) ist die Favoritin des DIW-Chefs Marcel Fratzscher für den Nobelpreis
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US-Ökonomin Anne Krueger (Archivbild) ist die Favoritin des DIW-Chefs Marcel Fratzscher für den Nobelpreis

Für den Wirtschaftsnobelpreis sind nach Einschätzung deutscher Top-Ökonomen abermals US-Forscher die Favoriten. Sie dominieren die lange Historie der Auszeichnung. Am Montag gibt die Schwedische Reichsbank den Gewinner 2017 bekannt.

Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hält Anne Krueger für herausragend. Die US-Ökonomin hinterfrage den Konsens, Globalisierung sei immer und für alle von Vorteil. Sie zeige, "wie Institutionen und Wirtschaftspolitik gestaltet werden sollten, damit die Globalisierung für alle zum Erfolg wird und vor allem Entwicklungsländer vom Freihandel profitieren".

Achim Wambach, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), favorisiert die amerikanischen Forscher Paul Milgrom und Robert Wilson. Sie hätten maßgeblich die Theorie von Auktionen und deren Anwendung geprägt. "Sie haben Standards für die Versteigerung von Telekommunikations-Frequenzen gesetzt, die weltweit angewandt werden", erklärte Wambach.

Christoph Schmidt, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), plädiert für den Kanadier David Card. Der "fantastische akademische Lehrer" habe wichtige Beiträge zur Analyse von Ursache und Wirkung gerade in der Arbeitsmarkt- und Migrationsökonomik geleistet.

Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), favorisiert den Österreicher Ernst Fehr und den Amerikaner Richard Thaler wegen ihrer Beiträge zur experimentellen und Verhaltensökonomie. Sie hätten in Zeiten von Populismus und Digitalisierung die "Grundlagen unseres Verständnis von Verhalten und Entscheidungen erweitert".

Im vergangenen Jahr waren der Finne Bengt Holmström und der Brite Oliver Hart für ihre Forschung über die Gestaltung und Bedeutung von Verträgen mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet worden.

dpa/mh

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