04.10.2017  Zwangsversteigerung droht

Boris Becker soll 61 Millionen Euro Schulden haben

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Boris Becker im Juni 1985: Der bislang jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten
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Boris Becker im Juni 1985: Der bislang jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten

Die Tennislegende Boris Becker ist offenbar noch viel höher verschuldet als bislang bekannt. Laut den Ermittlern des Londoner Insolvenzverwalters Smith & Williamson habe sich inzwischen eine Summe von rund 54 Millionen Pfund (rund 61 Millionen Euro) angesammelt, berichten der "Stern" und die "Bunte".

Die Insolvenzverwalter hätten in ihrem Bericht alle Vermögenswerte aufgeführt, die nun in einer Zwangsversteigerung versilbert werden sollen, um zumindest einen Teil der Gläubiger zu bezahlen. Darunter soll sich auch der Wimbledon-Pokal von 1985 befinden, zudem vier Luxusuhren im Wert von rund 42.000 Euro. Becker soll aufgefordert worden sein, die Stücke nicht aus seinem Londoner Haus beziehungsweise dem Haus seiner Mutter in Deutschland zu entfernen.

Rechtsstreit mit Hans-Dieter Cleven

Bekannt wurde Beckers prekäre finanzielle Situation im Juni, als ein Konkursgericht in London den dreimaligen Wimbledonsieger für zahlungsunfähig erklärte. Die zuständige Richterin erklärte seinerzeit, es gebe keine glaubhaften Beweise dafür, dass Becker "substanzielle Schulden" demnächst bezahlen würden. Den Antrag von Beckers Anwälten auf einen Zahlungsaufschub lehnte sie ab. "Man hat den Eindruck eines Manns mit dem Kopf im Sand", kommentierte sie mit Bedauern.

Beckers Rechtsanwalt Christian Schertz hielt dagegen: "Das Verfahren betrifft ein Darlehen, das Herr Becker binnen eines Monats in voller Höhe zurückgezahlt hätte." Becker sei "überrascht und enttäuscht, dass sich die gegnerische Bank in einem konkreten Zivilverfahren in Großbritannien entschieden hatte, Klage gegen ihn einzureichen".

Doch das war noch nicht alles. Kurz darauf wurde auch eine Millionenforderung publik, die Beckers früherer Geschäftspartner Hans-Dieter Cleven gegen des Ex-Tennisstar erhebt. Cleven sehe sich gezwungen, Forderungen von rund 40 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet rund 36 Millionen Euro) "gegenüber Boris Becker auch in diesem Insolvenzverfahren geltend zu machen", hieß es in einer Mitteilung Clevens. Die Forderung wurde von einem Schweizer Gericht zwar zunächst zurückgewiesen. Dagegen ging Cleven jedoch in Berufung.

Beckers Elternhaus sollte an S&K verkauft werden

Ein weiteres pikantes Detail der Finanzschwierigkeiten: Im Jahr 2011 war Becker offenbar drauf und dran, sein Elternhaus im Heimatort Leimen zu verkaufen - und zwar ausgerechnet an die Immobilien-Skandalfirma S&K mit Sitz in Frankfurt.

Laut "Bild am Sonntag" (kostenpflichtig) wollte S&K Beckers Elternhaus nebst 825-Quadratmeter-Grundstück für 400.000 Euro zuzüglich 14.000 Euro Grunderwerbsteuer kaufen. Der Kaufvertrag war bereits unterschrieben und das Geld auf dem Konto eines Notars eingegangen, so die Zeitung. Dann habe Becker jedoch ein wichtiges Dokument - einen Grundschuldbrief - nicht vorlegen können, und S&K trat vom Kaufvertrag zurück.

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Aus heutiger Sicht kann Becker womöglich froh sein, dass das Geschäft nicht zustande gekommen ist: S&K flog Anfang 2013 im Zuge einer bundesweiten Großrazzia auf. Die Unternehmensgruppe soll gemeinsam mit Partnerfirmen illegale Immobiliengeschäfte getätigt und insgesamt etwa 11.000 Kapitalanleger um rund 240 Millionen Euro geprellt haben. Inzwischen wurden mehrere Verantwortliche - allen voran die S&K-Gründer Stephan S. und Jonas K. - zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Boris Becker hat während seiner aktiven Spielzeit Preisgelder in Höhe von rund 25 Millionen Dollar eingesammelt. Spätere unternehmerische Aktivitäten kamen ihn jedoch teuer zu stehen.

mg

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