29.09.2017  Größte Bankenpleite Deutschlands

Ehemalige HRE-Manager kommen straffrei davon

Ehemaliger Pleitebanker Georg Funke
DPA
Ehemaliger Pleitebanker Georg Funke

Der Zusammenbruch der HRE-Gruppe im Herbst 2008 war der spektakulärste Schadenfall der weltweiten Finanzkrise in Deutschland. Der Prozess gegen Ex-Bankchef Georg Funke schlug hohe Wellen - und endet überraschend.

Die früheren Spitzenmanager der Skandalbank Hypo Real Estate (HRE) kommen im Strafprozess um Bilanzfälschung und Marktmanipulation glimpflich davon. Der Prozess gegen den ehemaligen HRE-Chef Georg Funke und den früheren Finanzchef Markus Fell werde gegen Geldauflagen eingestellt, teilte das Landgericht München am Freitag mit.

Die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe gegen beide Angeklagte konnten im Rahmen der bereits erfolgten Beweisaufnahme bisher nicht ausreichend aufgeklärt werden. Das Gericht hatte Zweifel, dass die Beweisaufnahme vor Eintritt der Verjährung im März beziehungsweise August 2018 abgeschlossen werden kann. Im äußersten Fall hätten den beiden Angeklagten mehrjährige Haftstrafen droht.

Die Staatsanwaltschaft hatte Fell und Funke vorgeworfen, die Öffentlichkeit bewusst über die Geldnöte der Immobilienbank getäuscht zu haben, die in den Strudel der internationalen Finanzkrise geraten war und schließlich im Herbst 2008 in einer dramatischen Rettungsaktion vom Staat aufgefangen wurde.

Funke und Fell zahlen Peanuts an gemeinnützige Einrichtungen

Der Steuerzahler rettete die HRE mit frischem Kapital von fast zehn Milliarden Euro und Garantien von zeitweise 124 Milliarden Euro. Wie viel der Garantien tatsächlich für die Abwicklung der Geschäfte der HRE benötigt werden, ist nicht seriös zu sagen. Die Abwicklung der Forderungen und Vermögenswerte dürfte noch Jahre andauern. Die Forderungen und Verbindlichkeiten der Bad Bank FMS Wertmanagement beliefen vor gut einem Jahr noch auf 183 Milliarden Euro.

Angesichts der enormen Schäden für den Steuerzahler und die Wirtschaft kommen die Top-Manager mit lapidaren Zahlungen davon: Funke muss 18.000 Euro zahlen, Fell 25.000 Euro, die jeweils zwei gemeinnützigen Vereinen zugutekommen. Das Verfahren gegen sechs weitere Angeschuldigte war bereits gegen Zahlung von Geldauflagen zwischen 30.000 und 80.000 Euro eingestellt worden.

rei mit dpa

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