26.09.2017  Rücktritt angekündigt

Frauke Petry will AfD verlassen

  Schlussstrich nach langem Richtungsstreit:  Frauke Petry kündigt am Dienstag während einer Pressekonferenz im sächsischen Landtag ihren Austritt aus der AfD an
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Schlussstrich nach langem Richtungsstreit: Frauke Petry kündigt am Dienstag während einer Pressekonferenz im sächsischen Landtag ihren Austritt aus der AfD an

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry wird aus ihrer Partei austreten. "Klar ist, dass dieser Schritt erfolgen wird", sagte sie am Dienstag in Dresden, allerdings ohne einen genauen Zeitpunkt zu nennen.

Zuvor hatte Petry bereits angekündigt, dass sie ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag aufgeben werde. Auch der Parlamentarische Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kirsten Muster würden ihre Ämter in der Fraktion "mit Ablauf des heutigen Tages" aufgeben, sagte Petry.

Die Ankündigung folgt keine 24 Stunden nach dem Eklat während der Bundespressekonferenz nach dem Wahlsonntag. Dort hatte sich die AfD-Co-Vorsitzende mit einem Paukenschlag von der frischgebackenen Bundestagsfraktion ihrer Partei losgesagt und als Grund den Richtungsstreit in der Partei genannt. "Ich habe entschieden, dass ich der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag nicht angehören werde, sondern vorerst als Einzelabgeordnete in diesem Bundestag sitzen werde", hatte Petry am Montag erklärt.

Petrys Ehemann Pretzell tritt ebenfalls aus

Auch der AfD-Chef in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, will Partei und Fraktion verlassen. Diesen Schritt habe Pretzell, der auch die Fraktion leitet, für deren nächste Sitzung angekündigt, sagte AfD-Fraktionssprecher Michael Schwarzer am Dienstag in Düsseldorf. Zuvor hatten die "Rheinische Post" und der WDR darüber berichtet, dass der Ehemann von Frauke Petry ebenfalls aus der Partei austreten wolle.

Der Richtungsstreit in der AfD gärt schon länger. Zuletzt hatte Petry unter anderem den Co-Vorsitzenden Alexander Gauland für dessen Äußerungen kritisiert. Gauland hatte nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse zum Beispiel gesagt: "Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen." Auch Äußerungen von Gauland und dem AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen, dass es keine rassistischen Tendenzen in der Partei gebe, trat Petry entgegen.

Gauland, AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel und Vorstandsmitglied Andre Poggenburg hatten Petry daraufhin zum Parteiaustritt aufgefordert. Frauke Petry (42) hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag ein Direktmandat gewonnen.

Die neue AfD-Bundestagsfraktion war am Dienstag vollständig zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Die nach Petrys Abgang verbleibenden 93 Abgeordneten wollten zunächst über die Geschäftsordnung diskutieren, wie die Spitzenkandidaten Gauland und Weidel vor Auftakt der Sitzung sagten. Ob die Wahl der Fraktionsführung, für die sich Gauland und Weidel bewerben, bereits am Dienstag stattfindet, war zunächst noch offen.

rei mit Nachrichtenagenturen

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