31.08.2017  VDA-Präsident in der Kritik

Autobosse rütteln am Stuhl von Matthias Wissmann

Alles andere als ein Glanztag: Deutschlands führende Autobosse und VDA-Präsident Matthias Wissmann (2. v. rechts) müssen beim Diesel-Gipfel Anfang August Rede und Antwort stehen
DPA
Alles andere als ein Glanztag: Deutschlands führende Autobosse und VDA-Präsident Matthias Wissmann (2. v. rechts) müssen beim Diesel-Gipfel Anfang August Rede und Antwort stehen

Nach mehr als zehn Jahren als Vorsitzender des Verbands der Automobilindustrie (VDA) soll VDA-Präsident Matthias Wissmann nun vorzeitig abgelöst werden. Der Wechsel solle nach der Bundestagswahl erfolgen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Donnerstag unter Berufung auf Industriekreise.

Die Suche nach einer neuen Verbandsspitze koordiniere Daimler-Chef Dieter Zetsche. Nach der Bundestagswahl und der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt, die ebenfalls im September stattfindet, wollten die Führungen von Daimler, BMW und VW einen personellen und inhaltlichen Neuanfang für die weitere Debatte über Verbrennungsmotoren und mögliche Fahrverbote.

Daimler hat dem Bericht inzwischen widersprochen. "Von einer Ablösung Matthias Wissmanns kann keine Rede sein", sagte Daimler-Sprecher Jörg Howe am Donnerstag.

Wissmann steht seit Juni 2007 an der VDA-Spitze. Der 68-jährige frühere CDU-Minister und Ex-Parlamentarier ist neben seiner VDA-Tätigkeit als Präsident, Aufsichtsrat oder Beirat in mindestens acht weiteren Spitzenunternehmen und Organisationen tätig. Sein Vertrag war erst im November 2016 um zwei weitere Jahre verlängert worden.

Im Rahmen der Diesel-Affäre war es zu internen und teils auch öffentlich gewordenen Unstimmigkeiten zwischen der VDA-Spitze und nicht zuletzt auch mit Daimler-Boss Zetsche gekommen. So hatte Wissmanns Verband noch während der laufenden Verhandlungen zwischen Wirtschaft und Politik beim ersten Dieselgipfel eine intern abgestimmte Presseerklärung sehr zum Unwillen der Autoindustrie veröffentlicht.

Im Zusammenhang mit den vom "Spiegel" aufgedeckten Kartellvorwürfen hatte der oberste Autolobbyist Wissmann einen Kulturwandel in der Branche sowie eine "Null-Fehler-Toleranz" gefordert. Zetsche hatte daraufhin erklärt: "Ich war überrascht über diese Stellungnahme."

rei/dpa/aev

Nachrichtenticker

Leser-Empfehlungen