19.08.2017  Milliardär verlässt Trump-Team

Carl Icahn wirft das Handtuch

Carl Icahn tritt als Berater Donald Trumps zurück
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Carl Icahn tritt als Berater Donald Trumps zurück

Nach Stephen Bannon hat sich am Freitag ein zweiter prominenter Präsidentenberater aus dem Team von Donald Trump verabschiedet: Der Finanzinvestor Carl Icahn, der das Weiße Haus auf individueller Basis in Sachen Deregulierung beriet, beendete seine Tätigkeit. Er wolle nicht in die Fänge der Parteipolitik geraten, heißt es in einer Stellungnahme Icahns.

Auch solle seine Rolle die Präsidentschaft nicht belasten - dem Milliardär war wiederholt vorgeworfen worden, er stehe in einem Interessenkonflikt, weil sich seine Empfehlungen positiv auf seine eigenen Geschäfte auswirken könnten.

Verbraucherschützer hatten gefordert, Icahns Rolle zu überprüfen. Der Unternehmer und Milliardär hatte Trump früh unterstützt und gilt als Vertrauter des Präsidenten. Der Investor legte in dem an Trump gerichteten Brief Wert auf die Feststellung: "Ich hatte niemals eine formale Position in Ihrer Administration inne und nahm auch keine Rolle im Politikbetrieb ein."

Trump hatte erst am Mittwoch zwei Beratergremien mit Konzernchefs aufgelöst, nachdem mehrere Mitglieder aus Protest gegen seine Äußerungen zur rechtsextremen Gewalt in Virginia ausgetreten waren. Kurz darauf ließ der Präsident zudem Pläne zur Gründung eines Beratergremiums für die Infrastruktur fallen. Trump hat angekündigt, eine Billion Dollar in den Bau, die Modernisierung oder die Reparatur etwa von Straßen, Brücken und Flughäfen zu stecken. Das Vorhaben zählt zu seinen wichtigen Vorhaben neben einer Gesundheits- und einer Steuerreform.

Analysten sind aber skeptisch, ob Trump angesichts zahlreicher Querelen seine Pläne wird umsetzen können. An den US-Börsen gaben die Kurse zuletzt deshalb nach.

luk / dpa-afx, reuters

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