07.08.2017  Softbank-Chef Masayoshi Son

Der Herr der Roboter

Von
REUTERS

Als Kind waren Roboter seine Leidenschaft. Der Sohn koreanischer Einwanderer wurde zum reichsten Mann Japans, verlor im Jahr 2000 fast sein ganzes Vermögen und baut nun an unser aller Zukunft.

"Es scheint, als komme er aus der Zukunft." Das sagte sein ehemaliger Weggefährte Hong Lu über Masayoshi Son, mit dem er vor rund 40 Jahren in Kalifornien zusammengearbeitet hat. Dieser Eindruck verfestigt sich bei der Betrachtung der Projekte und Investitionen des Unternehmensgründers.

Son soll schon als Kind davon geträumt haben, Roboter zu bauen. Damals habe er sich in einem kleinen Buch Ideen notiert für Dinge, die er später einmal erschaffen wollte. Roboter scheinen dabei einen zentralen Platz eingenommen zu haben. Sein Unternehmen Softbank hat den Wandel vom Telekom- und Softwarekonzern zum Roboterhersteller bereits eingeleitet.

Mit der Übernahme der Robotikspezialisten Boston Dynamics und Schaft von der Google-Mutter Alphabet im Juni 2017 bastelt Son Stück für Stück an seinem Plan, zu einem der wichtigsten Anbieter auf dem Feld der Robotik und der künstlichen Intelligenz (KI) zu werden.

Kampf gegen Diskriminierung

"Ich hoffe, dass Roboter in 30 Jahren eines der Kerngeschäfte sein werden, die Gewinne für Softbank erzielen werden", sagte Son vor zwei Jahren bei der Ankündigung einer Roboter-Allianz mit dem Internethändler Alibaba und dem Auftragsfertiger Foxconn. Dass Son langfristig plant, zeigt sich schon darin, dass die Wachstumsstrategie von Softbank auf 300 Jahre angelegt ist.

Angefangen hatte alles in eher bescheidenen Verhältnissen. Der Sohn koreanischer Einwanderer in der dritten Generation wurde am 11. August 1957 in der japanischen Kleinstadt Tosu auf der Insel Kyushu geboren. Sein Vater arbeitete in der Fischerei- und Landwirtschaft, in Restaurants und in Pachinko-Spielhallen.

Wegen häufiger Diskriminierungen nahm seine Familie den japanischen Nachnamen Yasumoto an. Son wurde trotzdem in der Grundschule von seinen Mitschülern gemobbt und mit Steinen beworfen, sagte er Nikkei Asian Review. Sein ganzes Leben kämpfte Son gegen Diskriminierungen, denen er wegen seiner koreanischen Herkunft ausgesetzt war. In der High-School habe er sogar an Suizid gedacht. Doch die negativen Erfahrungen scheinen ihn gestärkt zu haben.

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