06.04.2017  Panera-Chef erfolgreicher als Warren Buffett

Dieser Mann kassiert beim Milliarden-Deal der Reimanns richtig

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Die jüngste Firmenübernahme der deutschen Milliardärs-Familie Reimann in den USA sorgt für Schlagzeilen: Für 7,5 Milliarden Dollar, das wurde am Dienstag bestätigt, kaufen die Reimanns über ihre Holding JAB die amerikanische Bäckerei- und Sandwichkette Panera. Es ist ein weiterer Knoten im schnell wachsenden, weltumspannenden Netz aus Kaffee- und Lebensmittelketten, das wiederum nur einen Teil der vielen Investments und Unternehmungen der Reimanns bildet.

Der Mann, der sich über die Entscheidung der Reimanns zum Einstieg bei Panera mit am meisten freuen dürfte, heißt Ron Shaich und ist Gründer sowie CEO des US-Unternehmens. Und er ist Großaktionär von Panera: JüngstenInformationen der US-Finanzaufsicht SEC zufolge zufolge besitzt Shaich rund 1,25 Millionen Aktien der Bäckereikette, was - verteilt auf Aktien der Klassen A und B - einem Anteil am Unternehmen von knapp 6 Prozent entspricht. Einem Bericht des US-Magazins "Forbes" zufolge verfügt die Familie Shaich darüber hinaus aufgrund von Bezugsrechten, weiteren Anteilen, die über Fonds gehalten werden, und Ähnlichem über noch größeren Einfluss auf das Unternehmen.

Für Ron Shaich bedeutet das, dass angesichts der Übernahme durch JAB bei ihm die Kassen besonders laut klingeln: Der Übernahmepreis von 315 Dollar je Aktie, den die Reimanns zu zahlen bereit sind, bringt ihm für sein Paket rund 393 Millionen Dollar - mindestens. Das sind schon einmal etwa 30 Prozent oder fast 100 Millionen Dollar mehr, als das Aktienpaket im März wert war, bevor die ersten Gerüchte und Spekulationen um die mögliche Übernahme den Preis bereits abheben ließen.

Damit aber nicht genug: Ohnehin hat sich die Aktie von Panera in den vergangenen Jahren unter dem Firmenchef Shaich überaus erfreulich entwickelt. Seit Anfang der 1990er Jahre, so zitiert das Magazin "Forbes" aus Daten des Anbieters FactSet, legte das Panera-Papier jährlich um durchschnittlich 16 Prozent zu. Eine solche Performance schaffte nicht einmal der legendäre Investment-Altmeister und Multi-Milliardär Warren Buffett, so "Forbes": Dessen Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway brachte es an der Börse im gleichen Zeitraum "lediglich" auf ein Plus von durchschnittlich 14,4 Prozent im Jahr.


Der Überblick: Das ist das Firmenreich der Milliardärs-Familie Reimann


Der Höhenflug der Panera-Aktie kommt nicht von ungefähr: Laut "Forbes" ist die Kette, die in den USA und Kanada über 2000 Läden betreibt und einen Jahresumsatz von etwa fünf Milliarden Dollar erzielt, einer der wenigen Outperformer in dem hart umkämpften Markt.

Da wundert es auch nicht, dass CEO Shaich eigentlich gar nicht verkaufen wollte. Er habe nicht darüber nachgedacht, sagte der 63-jährige in einem Interview. Doch dann kam der Anruf von JAB.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Übrigens: Mit der Übernahme verliert Shaich zwar die Kontrolle über die Panera-Anteile. Die Regie über das Unternehmen will er aber nicht aus der Hand geben. Sprich: Shaich will auch nach dem Einstieg von JAB CEO von Panera bleiben. "Ich bin hier und ich mache das", sagte er in einem Interview. "Sie müssten mich schon heraustragen."

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