31.01.2017  Jackie Hunt hat Krisenfall Pimco gewendet

Die Billionen-Dollar-Lady der Allianz

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Räumt den Zwei-Billionen-Laden auf: Allianz-Vermögensverwalterin Jackie Hunt
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Räumt den Zwei-Billionen-Laden auf: Allianz-Vermögensverwalterin Jackie Hunt

Schon die erste offizielle Vorstellung von Allianz-Vorstand Jackie Hunt betonte ihre "ruhige, zurückhaltende Art". Zitat der Südafrikanerin: "Ich liefere lieber Ergebnisse, als dass ich für große Ankündigungen bekannt bin, die ich dann nicht erfüllen kann."

Hunt ist noch kein Jahr im Amt, das sie im Juli 2016 antrat. Ein erstes Porträt der Managerin für "Bloomberg Markets" kommt zum Ergebnis: Geliefert hat sie. Nach jetzigem Stand ist die 48-Jährige auf bestem Weg, das drängendste Problem des Allianz-Konzerns zu lösen.

Zuletzt wurde erstmals nach drei Jahren der Kapitalabfluss aus dem früher an der langen Leine geführten kalifornischen Ableger Pimco gestoppt. Von einst mehr als zwei Billionen Dollar verwaltetem Vermögen sind noch fast 1,5 Billionen übrig. Hinzu kommt noch die Verantwortung für die konservativere Frankfurter Fondsschmiede Allianz Global Investors.

Der Erfolg sei "das Ergebnis einer Menge Arbeit von vielen Menschen, bevor ich ankam", betont Hunt. Einen Egotrip wird von der gelernten Wirtschaftsprüferin niemand erwarten. Elegante Kleidung ist den Reportern im fünften Stock der Münchener Zentrale aufgefallen, und ein Kaffeebecher mit der Aufschrift "Integrität" in sechs Sprachen.

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Ansonsten bleibt es bei der ruhigen, zurückhaltenden Art mit wenig persönlichen Noten. Für das Pendeln zwischen Bayern und dem Pimco-Standort "The Beach" kann Hunt die Erfahrung aus der Erziehung zweier Teenager-Kinder nutzen: Pimco, mit sensationellem Wachstum zu einem der größten Player am Anleihenmarkt hochgeschossen, war in den vergangenen Jahren ein Problemkind.

Viel davon hatte mit den exaltierten Auftritten von Gründer Bill Gross zu tun, den die Allianz mit der Pimco-Übernahme im Jahr 2000 mitkaufte und fürstlich für sein Image als Marktorakel entlohnte. Jährlich kassierte der Mann größere Summen als alle Dax-Vorstandschefs zusammen. Als einige seiner riskanten Megawetten mit den Anlegergeldern schiefgingen, häuften sich die Klagen über tyrannische Anflüge in Huntington Beach - bis es 2014 zum großen Knall kam, der später die Gerichte beschäftigte.

In Gegensatz dazu steht Jackie Hunts ruhige Art. Wie ihr "Fan" Tidjane Thiam, Wegbegleiter von den britischen Versicherern Aviva und Prudential und heute Chef der Credit Suisse , räumt sie gewissenhaft auf. Einen handgeschriebenen Kündigungszettel zu früher Morgenstunde wird die Allianz von ihr nicht befürchten.

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