19.04.2018  "Billionaires Row" in New York City

Streit um Obdachlosen-Heim im "Hinterhof der Milliardäre"

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Ein obdachloser Mann in New York City (Symbolbild)
REUTERS
Ein obdachloser Mann in New York City (Symbolbild)

Die Einheimischen nennen den Abschnitt der West 57th Street "Billionaires Row": Eine ganze Reihe der reichsten Menschen der Welt haben hier Apartments gekauft. Darunter ist etwa IT-Unternehmer Michael Dell, der im Wohnturm One57 die teuerste Wohnung der Stadt erworben hat.

Im Viertel der Milliardäre gibt es nun Streit: Die Stadt will in der West 58th Street, gleich am Hintereingang des One57-Turms, eine Obdachlosen-Unterkunft einrichten. 140 Männer sollen im ehemalgen Park Savoy Hotel untergebracht werden, schreibt die Nachrichtenagentur AP über den "unerwünschten Nachbarn" (Zitat AP).

Die Bewohner der umliegenden Straßenblöcke hätten mit "Protestgeheul" auf die Einrichtung reagiert; viele der Protestierenden seien "nicht reich". "West 58th Street ist der Hinterhof der Milliardäre", zitiert AP einen dort lebenden Musikproduzenten, "aber es ist auch der Vorgarten von Mittelklasse-Familien mit Kindern und von älteren Mitbürgern."

Die Gegner der Einrichtung sehen diese als Sicherheitsproblem für die Nachbarschaft. Sie kritisieren zudem die ihrer Meinung nach "extrem geheim gehaltene" Planung der Unterkunft, für die keine Arbeitsgenehmigung oder eine Einschätzung ihrer Umweltverträglichkeit vorliege. Hier konnten sie zuletzt einen Erfolg erzielen: Seit dem 8. Februar ruht in dem Hotel vorerst die Arbeit, bis alle nötigen Genehmigungen vorhanden sind.

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Doch die wohlhabenden Bewohner des Viertels machen sich offenbar noch in anderer Hinsicht Sorgen um ihre potenziellen neuen Nachbarn. Die Obdachlosen könnten sich das Leben im Viertel, wo ein Hamburger 20 Dollar koste, doch gar nicht leisten, sagte eine Anwältin gegenüber AP. Sie befürchte, dass sich die Männer dort niederlassen würden, nur, um schlussendlich zu scheitern, während sich der Betreiber der Einrichtung die Taschen vollstopfe. Solche Argumente könnten Leser in Deutschland an den Streit um eine Flüchtlingsunterkünfte in Hamburger Nobelvierteln wie Hamburg-Harvestehude oder Blankenese erinnern.

Unterstützung erhalten die Protestler etwa von der "New York Post", deren Immobilienkolumnist großes Verständnis für die Sicherheitsbedenken äußerte. Steve Cuozzo garnierte seinen Kommentar mit einer beißenden Kritik an Bürgermeister Bill De Blasio: Die Unterstützer des Demokraten hätten eine diebische Freude daran, "wenn sich Mittel- und Oberklasse-Menschen winden".

Die Milliardäre aus dem One57-Wohnturms haben sich bislang nicht zum Projekt geäußert. Ein Türsteher sagte allerdings dem "Guardian", er sei sicher, "dass unsere Bewohner nicht erfreut sein werden."

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