10.07.2018 
Künstliche Intelligenz zur Betrugsaufdeckung

Wie Versicherer Betrügern auf die Schliche kommen - dank KI

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Künstliche Intelligenz: Computer liest mit - und deckt Betrugsfälle im Versicherungsbereich auf
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Künstliche Intelligenz: Computer liest mit - und deckt Betrugsfälle im Versicherungsbereich auf

Es ist ein Phänomen, das sich bei großen Sportereignissen wie etwa der Fußball-WM regelmäßig wiederholt. Kaum ist das Sportevent nur noch wenige Wochen entfernt, gehen auf mirakulöse Art und Weise reihenweise TV-Geräte zu Bruch - gerne auch durch Wurfgeschosse oder durch die Kollision mit Bobbycars. Und in der Regel ist der Schadensfall von der Versicherung abgedeckt.

So auch vor der Fußballeuropameisterschaft vor zwei Jahren. Damals wies jede vierte Schadensmeldung bei einem Fernsehgerät laut einer Untersuchung der Versicherungswirtschaft Ungereimtheiten auf.

Doch auch außerhalb sportlicher Sondersituationen ist die Betrugsbereitschaft beträchtlich - und zum Teil auch professionell organisiert. Rund 10 Prozent aller Auszahlungen im Versicherungsbereich basieren Schätzungen zufolge auf Betrug. Bei den Haftpflichtversicherungen liegt der Anteil laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wohl sogar noch höher. Dort haben die Experten sogar an 16 Prozent der Fälle Zweifel. Aufgedeckt werden Experten zufolge allerdings nur drei Prozent.

Neue Technologien spüren Betrugsfälle auf

Bis zu fünf Milliarden Euro kosten derartige Betrugsfälle die deutsche Versicherungswirtschaft Schätzungen zufolge jedes Jahr. Geld, das nicht die Unternehmen sondern auch die übrigen Versicherten in Form höherer Prämien mitzahlen.

Rund 400 bis 700 Dollar müssen Versicherte in den USA nach Schätzungen des FBI zusätzlich zahlen, um die Kosten für den Betrug in Höhe von geschätzt 40 Milliarden Dollar jedes Jahr zu decken. Doch Versicherungsbetrug wird schwieriger: Neue Technologien bieten den Versicherern mittlerweile immer bessere Möglichkeiten, die Betrüger zu enttarnen.

Moderne Technologien einzusetzen und darin zu investieren, gehört in der Versicherungsbranche mittlerweile zum guten Ton. Es gibt viel zu gewinnen. Wurden früher Schadensfälle in der Regel über Wochen und Monaten händisch von einzelnen Mitarbeitern bearbeitet, hat sich die Bearbeitungszeit in den letzten Jahren deutlich verkürzt.

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