10.07.2018 
Künstliche Intelligenz zur Betrugsaufdeckung

Wie Versicherer Betrügern auf die Schliche kommen - dank KI

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Künstliche Intelligenz: Computer liest mit - und deckt Betrugsfälle im Versicherungsbereich auf
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Künstliche Intelligenz: Computer liest mit - und deckt Betrugsfälle im Versicherungsbereich auf

4. Teil: Wettrüsten zwischen Betrügern Versicherern

Tricks, denen Versicherer früher kaum etwas entgegen zu setzen hatten - abgesehen von Zufallstreffern bei einer händischen Einzelfallprüfung. Doch neue Technologien ermöglichen den Versicherern mittlerweile, solche Betrugsfälle leichter und systematischer aufzuspüren.

So ermöglichen Telematik-Geräte in Autos beispielsweise Rückschlüsse auf den Unfallhergang und den potenziellen Schaden. So lässt sich beispielsweise auch überprüfen, ob die Geschwindigkeit überhaupt hoch genug war, um ein Schädeltrauma hervorzurufen. Eine Verletzung, die sich nur schwer nachweisen lässt, bei Versicherungsbetrügern aber äußerst beliebt ist.

Auch gefälschte Rechnungen lassen sich aufspüren, indem die Konzerne sich methodisch anschauen, wie weit die Versicherten von dem auf der Rechnung aufgeführten Laden wohnen. Tauchen beispielsweise urplötzlich Dutzende von Rechnungen eines bestimmten Londoner Apple-Stores von einem bestimmten Tag auf, werden die Versicherer hellhörig. Vor allem wenn die Kunden hunderte von Kilometern davon entfernt wohnen.

Gefälschte Rechnungen erkennen

"So etwas erkennen wir mit einem KI-unterstützten Datenvergleichsverfahren", erläuterte Nielsen. "Wie oft kommt der Claim von einem bestimmten Laden vor? Wie weit ist die räumliche Distanz zwischen einem Versicherten und dem Geschäft, in dem er das Produkt gekauft hat? Wie groß ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Postleitzahl auftaucht oder ein Kaufdatum? Da gibt es bestimmt 100 verschiedene Indikatoren, die uns Aufschluss über möglichen Betrug geben können."

Und auch gefälschte oder kopierte Bilder lassen sich mit Hilfe bestimmter Bildforensik-Software bereits enttarnen. So lässt sich mittlerweile leicht herausbekommen, wann ein Bild gemacht wurde und woher es stammt. Und auch ob ein Bild oder eine Schadenssituation bereits einmal bei einem Schadensfall als Beleg angegeben wurde.

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