01.08.2018 
Diebe kamen mit dem Motorboot

Schwedens Kronjuwelen gestohlen

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Zwei Diebe entwendeten die beiden Kronen und einen Reichsapfel
Polisen
Zwei Diebe entwendeten die beiden Kronen und einen Reichsapfel

Filmreife Aktion in Schweden: Diebe haben zwei Kronen und einen Reichsapfel aus dem Dom der Stadt Strängnäs geklaut. Die beiden Männer sollen laut Bericht eines Augenzeugen mit einem kleinen Motorboot bis an die Kirche herangefahren sein, welches sie später zur Flucht nutzten.

Die Kronjuwelen waren in einer Vitrine des Doms ausgestellt. Wie genau die Diebe die Juwelen entwenden konnten, hat die Polizei bisher nicht bekannt gegeben. Derzeit suchen die Beamten nach dem Boot und den Männern. "Im Moment steht es 1 zu 0 für sie", so Polizeisprecher Thomas Agnevik zur schwedischen Boulevardzeitung Aftonbladet.

Den Wert der gestohlenen Gegenstände können weder die Verantwortlichen des Doms noch die Polizei beziffern. "Es ist schwierig, solchen Dingen einen Wert zuzuschreiben", so Agnevik. "Es sind so einzigartige Objekte".

Die Juwelen stammen aus dem 17. Jahrhundert. Eine der verschwundenen Kronen gehörte dem König Karl IX, der Schweden von 1604 bis 1611 regierte, die andere seiner Frau Kristina.

Zum Vergleich: Als besonders wertvoll gelten die britischen Kronjuwelen. Die "Imperial State Crown", die die Queen bei der Eröffnung des Parlaments trägt, ziert einer der größten Diamanten der Welt, der sogenannte Cullinan II. Insgesamt sind in der Krone mehr als 2800 Diamanten verarbeitet, außerdem 17 Saphire, elf Smaragde, vier Rubine und 269 Perlen.

Immer wieder gelingen Verbrechern spektakuläre Diebstähle von Gegenständen mit historischem Wert. In Deutschland erregte zum Beispiel der Klau einer einhundert Kilo schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum Ende März 2017 großes Aufsehen. Ein arabischer Klan soll sie gestohlen haben, eine Anklage scheint es allerdings bisher nicht zu geben. Die Berliner Staatsanwaltschaft war hierzu am Mittwoch nicht zu erreichen.

Der reine Goldwert der Münze namens "Big Maple Leaf" betrug 3,7 Millionen Euro. Die Ermittler gehen allerdings nicht davon aus, die Münze noch zu finden. Man glaubt, sie sei zerlegt worden.

kyr

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