10.04.2014 
Container als Geldanlage

Big-Blackbox-Business

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Seit der Regulierung des grauen Kapitalmarktes 2013 avancieren Container zum Verkaufshit. Anleger investieren Milliarden - was genau die Finanzfirmen mit dem Geld machen, halten sie jedoch im Verborgenen. Ebenso wie ihre teils erbitterten Konkurrenzkämpfe.

Hamburg - So etwas gibt es wohl nur am grauen Kapitalmarkt: Die Firma P&R ist seit mehreren Jahrzehnten aktiv und hat in der Zeit eigenen Angaben zufolge mehrere Milliarden Euro an Anlegergeldern eingesammelt. Nach Angaben des Unternehmens sind bisher alle Verpflichtungen gegenüber den Investoren zu 100 Prozent erfüllt worden. Doch die Analysegesellschaft Fondsmedia verbreitete kürzlich eine Ausarbeitung über P&R, nach deren Lektüre Anleger wohl besser die Finger von den Offerten ließen.

Ein P&R-Sprecher nennt die "Kompaktanalyse" von Fondsmedia gegenüber manager magazin online ein "unseriöses Papier", das man nicht ernst nehme und in dem "der Autor solch abenteuerliche Konstruktionen formuliert" habe, dass sich eine ernsthafte Stellungnahme erübrige. Peter Kastell dagegen, Chef von Fondsmedia mit mehrjähriger Markterfahrung, teilt auf Anfrage mit, er weise in seinen Analysen "auf potenzielle Sonderbarkeiten hin".

Was ist das für ein merkwürdiger Disput? Wer das verstehen will, muss wissen, welches Geschäft P&R betreibt: Das Unternehmen bietet Investitionen in Container an, und zwar nicht, wie auch möglich, per geschlossenem Fonds, sondern als Direktanlage. Dabei erwerben Anleger die Metallboxen, kassieren dafür einige Jahre lang eine Miete und verkaufen sie am Ende wieder an P&R zurück. Unterm Strich entsteht auf diese Weise nach Angaben des Unternehmens eine Vorsteuerrendite von mehr als 4 Prozent, was im aktuellen Umfeld durchaus attraktiv erscheint.

Kein Wunder also, dass immer mehr Anleger sich für dieses Investment interessieren - und immer mehr Finanzdienstleister es anbieten. Jahrelang betrieb P&R das Geschäft als unbestrittener Marktführer beinahe konkurrenzlos. Branchenprimus ist das Unternehmen aus der Nähe von München mit großem Abstand auch heute noch. Seit einiger Zeit tauchen jedoch immer neue Anbieter der sogenannten Container-Direktinvestments auf.

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