09.01.2018  Dreht Peking den Strom ab?

China plant "geordnetes Ende" von Bitcoin-Mining

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Mining-Farm (Symbolbild)
AFP
Mining-Farm (Symbolbild)

Günstiger Kohlestrom hat Chinas nördliche Regionen zu einem Dorado für Hersteller von Kryptowährungen wie Bitcoin gemacht: Etwa 70 Prozent der global zum Schürfen ("Mining") von Bitcoin verwendeten Rechenleistung verorten Experten im Reich der Mitte. Nun mehren sich allerdings Berichte, nach denen die Regierung in Peking den digitalen Goldrausch beenden möchte.

"Quartz" und "ChinaDaily" berichten übereinstimmend, dass China an einem "geordneten Ende" des Minings arbeite: Eine Top-Regulierungsbehörde habe eine entsprechende Aufforderung an lokale Regierungen versendet, die qz.com vorliege. Die lokalen Behörden könnten demnach etwa über Strompreise, Schritte hinsichtlich der Landnutzung der Serverfarmen, mit steuerlichen Maßnahmen oder Umweltschutz-Regulierungen Einfluss auf die Miner nehmen.

Wie funktioniert Mining? mm und Mynd erklären im Video:

Erste Schürfer seien bereits aufgefordert worden, ihren Energieverbrauch zu senken, berichtet "ChinaDaily" weiter. Einige von ihnen hätten begonnen, Teile ihrer Ausrüstung außer Landes zu schaffen, um in Ländern mit noch günstigeren Strom- und Landnutzungskosten wie der Mongolei wieder aktiv zu werden.

Bereits in der vergangenen Woche hatten "Bloomberg" und "Reuters" vermeldet, dass China den Zugang der Miner zu günstigem Strom einschränken wolle; laut "Bloomberg" baue Bitmain, das Chinas größte Mining-Farmen betreibe, aktuell ein neues Hauptquartier in Singapur auf und sei bereits in den USA und Kanada aktiv. Andere große Mining-Pools setzten ebenfalls auf Kanada oder Island.

"ChinaDaily" sieht die Offensive als Vorboten weiterer Krypto-Regulierungen in China; im vergangenen Jahr hatte das Land bereits Platzierungen neuer Krypto-Währungen verboten. Die Behörden treibe die Sorge um, dass Kryptowährungen "gefährliche Spekulation" befeuern könnten. Sie fürchteten die sozialen Folgen massenhafter Bankrotte kleiner Anleger, berichtet auch qz.com.

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